Archiv | Februar, 2012

„SCHLUSS MIT LUSTIG“ – Ties Rabe will Zentralabi nach höheren bayrischen Maß: doch Leistungsdruck gekoppelt mit G8 Turbotempo macht bayrische Schüler krank

29 Feb

„Schluss mit lustig“, so schrieb die Morgenpost, und ähnlich klingt es seit Wochenbeginn durch Hamburgs Blätterwald: Das Hamburger Abitur soll „härter“ werden. SPD Schulsenator Ties Rabe plane als neuer Präsident der Kultusministerkonferenz gemeinsam mit anderen Bundesländern ein einheitliches Zentralabitur, und zwar ausgerichtet nach den höheren Standards des Abiturs in Bayern, so die Meldungen. Höhere Standards und mehr Wissen, das wünschen sich nach den Wirren der vielen Schulreformen, nach G8 und Abschaffung des Sitzenbleibens, viele Eltern von Kindern an Hamburger Gymnasien. Eltern, die an den Schulen zunehmend die Vermittlung von Wissen in den Fächern Geschichte, in deutscher und englischer Literatur vermissen, Eltern, die die die Verlagerung von Wissensvermittlung auf unklare und schwer nachvollziehbare Kompetenzen in der Schule kritisieren. Eine Kritik, die auch viele Lehrer teilen. http://www.mopo.de/politik/so-schwer-wie-in-bayern-hamburgs-abi-wird-haerter,5067150,11719824.html

Doch „Schluss mit lustig“ ist für viele Schüler in Bayern ganz wörtlich zu verstehen. Das bayrische Vorbild mit seinen höheren Standards ist für viele Schüler, Eltern und auch Lehrer gar nicht so vorbildlich, das zeigt ein Bericht des bayrischen Lehrerverbandes, der ebenfalls zu Wochenbeginn veröffentlicht wurde. Vielen Schülern in Bayern ist demnach die Lust am Lernen längst vergangen, für die hohen Standards zahlen sie einen hohen Preis. Der Weg durch das Turbo-Tempo des G8 Gymnasien zum Abitur macht nach einer Studie der Universität München viele Schüler krank:

Nach dieser Studie berichten „80 Prozent befragter Gymnasiasten aus München von Kopfschmerzen, viele zudem von Schmerzen im Rücken und im Bauch“ . so der Bericht des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Dies seien „auch Folgen des extremen Leistungsdrucks gekoppelt mit immer weniger Möglichkeiten der Freizeitgestaltung….“Viele Gymnasiasten kennen keine Ruhepausen mehr…Sie stehen unter Dauerstress,“ beklagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. http://verbaende.com/news.php/Stress-und-Belastung-an-Gymnasien-zu-hoch–Viele-Schueler-und-Lehrer-sind-erschoepft–sie-brauchen-Unterstuetzung-BLLV-Praesident-Klaus-Wenzel-warnt-vor-den-gesundheitlichen-Folgen?m=82497&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Unter dem Druck der Schule habe der Alkohol-Missbrauch der Gymnasiasten „massiv“ zugenommen, so Klaus Wenzel: „Der Leistungsdruck, dem die Schulen unterworfen sind, führt viele an die Grenze ihrer persönlichen Belastbarkeit“. Viele Schüler griffen außerdem zu Medikamenten. Diese „beruhigen, verhelfen zu mehr Konzentration oder halten wach. Diese Entwicklung hat mit einem gesunden Lern- und Leistungsverständnis nichts mehr zu tun. Sie ist gefährlich und kontraproduktiv. Bei vielen jungen Menschen sind Folgeerkrankungen programmiert.“, kritisiert Klaus Wenzel..

Der BLLV-Präsident rät dem bayrischen Kultusministerium , diese wissenschaftlichen Befunde ernst zu nehmen und angemessen darauf zu reagieren. Auch Lehrer seien betroffen und müßten entlastet werden.

Wenzel nennt in dem Bericht Gründe für die Belastungen. Die Lehrpläne seien nicht entrümpelt worden, es gebe eine zu hohe Prüfungs-Dichte, alles sei zu sehr auf Noten und Punkte ausgerichtet. Hinzu komme, so Wenzel, die „ständige Verwaltung des Mangels…An allen Ecken und Enden fehlt das Personal. Vertretungen und Überstunden sind an der Tagesordnung“:  Probleme, die vielen Schülern, Eltern und Lehrern an Hamburger Schulen nur allzu bekannt sind.

Hier sieht der BLLV Präsident auch einen Zusammenhang mit dem hohen Stundenausfall, der derzeit auch viele Schulen in Hamburg belastet: „Dass an den Gymnasien erschöpfte Lehrkräfte auf ebenso erschöpfte Schüler treffen, sei ein Skandal. Mehrmals wöchentlich müsse Unterricht ausfallen, den Schülern fehle inzwischen die notwendige Kontinuität, weil für langfristige Vertretungen kein Personal zur Verfügung stehe“.

Ein Problem ist für Klaus Wenzel ferner, dass sich „viele Gymnasiasten und Lehrer den ganzen Tag über in ihrer Schule aufhielten“. Die Stundenpläne in der Oberstufe seien so zerrissen, dass Schüler lange Wartezeiten zwischen Unterrichtsstunden in der Schule überbrücken müssten.“ Das Gymnasium sei faktisch ein Ganztagsbetrieb, dem allerdings die entsprechende Ausstattung an Räumen, Freizeit-Angeboten, Förderung, und Personal fehle. Ganztags-Schulen kosteten aber viel Geld, und erforderten auch entsprechendes Personal.

Eine Kritik, die bis ins Details auf die Situation der Hamburger G8 Gymnasien zutrifft. Seit der Verkürzung der Schulzeit vor 9 Jahren und der Umwandlung aller Gymnasien in Hamburg in offene Ganztagsschulen fehlt an vielen Gymnasien immer noch an eine angemessene Ausstattung, fehlen Räume, Kantinen, Personal. Und es gibt in Hamburg  auch immer noch keine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9, die seit 9 Jahren immer wieder von vielen Schülern und Eltern gefordert wurde, die das G8 und die Ganztagsschule für ihre Kinder ablehnen. Gymnasien, die diese Wahlfreiheit anbieten, wurden in Schleswig Holstein und jetzt auch in Baden-Würthemberg auf Druck der Eltern geschaffen.

Ab 2014 soll nun in Hamburgs Schulen das Zentralabitur in allen Fächern für Gymnasien und Stadtteilschulen eingeführt werden. Die Abi-Klausuren sollen dann zeitlich verschoben werden, von Januar/Februar auf April/ Mai. Und am 8. März, wenn Hamburgs Schulsenator als neuer Kultusminister zum ersten Mal eine KMK Konferenz leitet, soll es einen Zeitplan für die Einführung eines zentralen „Bundes-Abiturs“  mehrerer Bundesländer geben, mit denselben Aufgaben in Deutsch, Englisch und Mathematik für Abiturienten in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern. Auch das Zentralabitur soll dann im Jahr 2014 eingeführt werden.

Eine Entlastung von Schülern, Lehrern und Eltern durch eine gleichzeitige Entschleunigung des G8 Gymnasiums oder durch Einführung der Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 an Hamburgs Gymnasien ist aber nicht in Sicht. Wie das Beispiel Bayern zeigt, gilt allerdings auch für Hamburgs Schulsenator der Rat des Bayrischen Lehrerverbandes: Die wissenschaftlichen Befunde über die gesundheitlichen Schäden für die Schüler und Schülerinnen durch den hohen Leistungsdruck in Verbindung mit dem G8 Tempo müssen ernst genommen werden.

Schüler bräuchten Unterstützung, erklärt Klaus Wenzel. „Bleibt sie aus, gefährdet die andauernde Belastung ihre Gesundheit.“ Mit Beschwichtigungen seien die massiven Probleme jedenfalls nicht mehr zu lösen, so die Mahnung des Präsidenten des Bayrischen Lehrerverbandes.

Elternprotest – SPD – Ganztagsschulreform: Das 6. Vernetzungstreffen mit Hamburger Eltern am 28.2.

27 Feb
 

 BILDUNG UND VIELFALT

Einladung zum 6. GBS-/GTS-Vernetzungstreffen am 28. Februar

mit Hamburger Eltern aus Grundschulen und Horten und anderen Engagierten
in der Hamburger Str. 41, 22085 Hamburg, 3. Stock, Raum M

Das Vernetzungstreffen BILDUNG und VIELFALT informiert Eltern aktueller und künftiger GBS- und GTS-Schulen.
Auf dem Vernetzungstreffen findet zudem ein kritischer Austausch über die Einführung und Umsetzung der Ganztagsschulen („GBS und GTS für Fortgeschrittene“) statt, u.a. zur Flexibilität bei den Abholzeiten, zu Ressourcen, Räumen, Personal

Hochbegabt – für einige ein Glück, für viele Kinder ein Problem: Hamburg fehlt es an Angeboten zur Förderung hochbegabter Kinder – Das Interview

24 Feb

Jaana Rasmussen ist die erste Vorsitzende der „Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGHK)“ in Hamburg. Die DGHK setzt sich für die Belange von hochbegabten Kindern und Jugendlichen ein und berät deren Eltern. Außerdem berät die DGHK Lehrer und Schulen bei der Entwicklung von Konzepten zur Hochbegabtenförderung und setzt sich für Belange der Hochbegabten in der Bildungspolitik ein. Jaana Rasmussen ist selber Mutter von zwei hochbegabten Kindern.

Welche Eltern haben nicht schon einmal davon geträumt: Wie wunderbar wäre es, wenn dem eigenen Kind in der Schule Mathe und Physik nur so zufliegen würde, wenn es Grammatik-Regeln sofort begreifen könnte, wenn es Vokabeln nicht immer wieder gepaukt werden müssten – so muss es sein, denken viele, wenn man ein hochbegabtes Kind hat. Doch für Kinder kann Hochbegabung zum Problem werden, Hochbegabte sind keine Hochleister, auch sie benötigen eine besondere Förderung.

Heute schließen 15 Hamburger Lehrer offiziell vor der Presse einen einjährigen Lehrgang für die Hochbegabtenförderung am Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) ab. Doch für hochbegabte Kindern in Hamburg gibt nach wie vor viel zu wenig Angebote, erklärt Jaana Rassmussen in einem Interview mit Kirschsblog:

Kirschsblog: 15 Grundschul- und Gymnasial -Lehrer in Hamburg haben jetzt eine Ausbildung für das Erkennen und Fördern von hochbegabten Kindern und Jugendlichen abgeschlossen. Ist das ein gutes Zeichen für die Hochbegabtenförderung in HH?

Jaana Rasmussen: Es ist begrüßenswert, dass 15 Hamburger Lehrer nun diese Zusatzqualifikation haben, bei einer Anzahl von 350 staatlichen Schulen in Hamburg kann das nur ein Anfang sein.

Kirschsblog: Kinder und ihre Eltern erleben Hochbegabung zunächst oft gar nicht als Riesenglück, sondern erst einmal als Riesenproblem. Auch ihr Sohn ist hochbegabt, wie war das bei Ihnen?

Jaana Rasmussen: Wir haben unseren Sohn auf der Grundschule um die Ecke eingeschult. Wir hatten schon den Eindruck, dass er sich ein bisschen mehr für Themen interessiert, als andere Kinder seiner Altersgruppe. Aber wir waren der Meinung , er soll auf eine ganz normale heterogene Schule gehen. Zusätzlich fand die Schulleiterin ihn dann noch so verspielt, dass sie ihn erst mal in die Vorschule gegeben haben. Und es gab dann in der ersten Klasse nach Wochen schon so massive Probleme, dass wir dringend geraten bekommen haben, einen Intelligenztest zu machen und der fiel entsprechend hoch aus.

Kirschsblog: Da stellte sich heraus, dass er hochbegabt ist?

Jaana Rasmussen: Ja, wir haben uns natürlich erst mal gefreut, denn er hat keine Störung, sondern er denkt einfach nur schneller als andere Kinder. Wir dachten damals, es wird sicher jemanden in der Schulbehörde geben, der sich damit auskennt und entsprechende Schritte in die Wege leiten kann. Uns wurde dann eine sogenannte Schmetterlingsschule empfohlen, zu der wir gewechselt sind. Zu unserer großen Enttäuschung gab es dann aber auf dieser Schmetterlingsschule überhaupt keine Kenntnisse über hochbegabte Kinder und deren Bedürfnisse und nach kürzester Zeit gingen die Probleme von vorne los.

Kirschsblog: Bei Hochbegabung denkt man eigentlich nicht an Probleme?

Jaana Rasmussen: Es gibt ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die Hochbegabten, schon durchkommen. Die finden ihren Weg. Das mag auf einige zutreffen, für einen Großteil stimmt das aber nicht. Hochbegabung heißt nicht, dass das Kind problemlos durch die Schule rutscht, sondern Hochbegabte brauchen genauso Förderung wie andere Kinder. Sie benötigen eine spezielle Förderung, in der ihr Potenzial erkannt wird und die berücksichtigt, dass sie Unterrichtseinheiten schneller und vertiefender machen können. Das Wissen darüber sollte in allen Schulen bekannt sein und es sollte darüber vernünftige Beratung von Fachkräften geben, die das Kindeswohl im Blick haben.

Kirschsblog: Was genau bedeutet überhaupt „ hochbegabt“?

Jaana Rasmussen: Als hochbegabt gelten Menschen mit einem Intelligenzquotient von 130 und mehr. Es sind pro Jahrgang jeweils 2-3% , das macht bei einer Schülerzahl von rund 240.000 im Jahr 2011 insgesamt 4.800-7.200 Schüler in Hamburg. Es handelt sich also nicht nur irgendeine Randgruppe! Zum Vergleich: Legasthenie haben 5% der Kinder, Dyskalkulie 4-6%. Über Legasthenie und Dyskalkulie sind Lehrer gut informiert und es gibt ein viel dichteres Netz von Hilfsangeboten als bei einer festgestellten Hochbegabung.

 Kirschsblog: Inwiefern kann es bei Hochbegabung zu Problemen kommen?

Jaana Rasmussen: Ein wichtiger Punkt ist, dass das Wissen in den Schulen Einzug erhält, dass Hochbegabte nicht gleich Hochleister sind. Hochbegabte sind nicht automatisch Einser-Schüler, die immer ordentlich ihre Hausaufgaben machen und ohne Probleme ihr Abitur bestehen. Viele Hochbegabte brauchen spezielle Förderung, um ihr Potenzial zu entfalten und auch Arbeitstechniken zu erlernen. Wenn es gut läuft, haben sie ein Kind, das die Grundschule unbeschadet übersteht – es brauchte in den vier Jahren aber keine Lerntechniken zu entwickeln. Ein Beispiel ist ein Junge aus unserem Verein, er ist jetzt in der 6 Klasse eines Gymnasiums und schreibt schlechte Noten, trotz Hochbegabung und trotz Interesses für verschiedene Themen. Weil er nicht umsetzen kann, was im Unterricht gelehrt wird. Er wird jetzt vermutlich die 6. Klasse nicht schaffen. Nach dem neuen Schulgesetz in Hamburg entscheidet der Notendurchschnitt nach der 6. Klasse, ob Kinder am Gymnasium bleiben oder gehen. Danach gibt es keinen Weg mehr zurück aufs Gymnasium. Die Eltern haben sich wiederholt seit Jahren an die Behörde gewandt, auch an die Beratungsstelle, und da wurde immer gesagt, der Junge kommt doch gut mit in der Schule, was wollen Sie denn hier?

Kirschsblog: Welche anderen Probleme kann es geben?

Jaana Rasmussen: Ein weiteres Beispiel ist ein Junge, der mit 8 Jahren in die dritte Klasse ging. Er war komplett unterfordert, weil er den Schulstoff bis zur 4. Klasse selbständig gelernt hatte. Der Junge war im Unterricht laut, unkonzentriert, hat nicht mitgemacht, musste regelmäßig zur Direktorin, und dann von seinen Eltern abgeholt zu werden. Die Eltern haben ihn testen lassen und es wurde eine Hochbegabung nachgewiesen. Die Schule hat darauf aber erklärt, das habe doch nichts mit den Unterrichtsstörungen zu tun. Es ging so weit, dass der Junge aggressiv wurde und um sich geschlagen hat und die Direktorin ihn bei der Kriminalpolizei angezeigt hat- einen Achtjährigen! Dieses Kind wurde dann durch intensive Intervention der Eltern und des Jugendamts begleitet. Er hat die Schule gewechselt, die Klasse übersprungen, hat Freunde und freut sich, dass er etwas lernen kann.

Kirschsblog: Zwei Fälle, in denen Jungs betroffen sind.

Jaana Rasmussen: Unsere Hauptkandidaten sind Jungs in der Grundschule, die sich einfach langweilen. Die Mädchen ziehen sich eher in sich selbst zurück, kauen Fingernägel. Mädchen neigen auch dazu, absichtlich Fehler in die Arbeit einzubauen, oder sich gar nicht mehr zu melden. Jungs reagieren eher auffällig. Wir haben Kinder, die schon in psychiatrischen Einrichtungen waren, die sämtliche Tests gemacht haben, auf psychische Störungen. Die denken schon selber, sie haben Behinderungen oder sind Außenseiter. Kinder, die gar keine sozialen Kontakte in der Schule haben, weil alle sie seltsam finden. All das müsste nicht sein, wenn man die entsprechend fördern und auch in den Schulen aktiv zusammen bringen würde. Das sind Schicksale, die zum Teil ganz schwer auszuhalten sind.

Kirschsblog: Sie haben von Schmetterlingsschulen gesprochen. Was genau versteht man darunter und gibt es dort besondere Angebote für Hochbegabte?

Jaana Rasmussen: Ein Junge, der zu unseren Kursen der DGHK kommt, er ist 10 Jahre alt und war auf zwei Schmetterlingsschulen, hat das einmal so beschrieben: „Schmetterlingsschulen sind Schulen, die zwar Hochbegabte annehmen, aber sich dann nicht darum kümmern und erwarten, dass sie sich wie normale Durchschnittsschüler verhalten!“ Schmetterlingsschulen sollen „begabungsentfaltende“ Schulen sein. Die bekommen Fortbildungen und bestimmte Beratungsprogramme von der Hamburger „Beratungsstelle besondere Begabungen“. Diese Beratungsstelle ist ein Referat der Schulbehörde. Die Eltern von Hochbegabten, die schon Schwierigkeiten in der Schule haben, oder bei denen ihre überdurchschnittliche Begabung schon vor der Schule festgestellt worden ist, wählen gezielt die Schmetterlingsschulen an, weil sie hoffen, dass man mit ihrem Kind dort besonders verfährt.

Kirschsblog: Was unterscheidet denn die Schmetterlingsschulen von anderen Schulen?

Jaana Rasmussen: Die Schulen können sich mit ganz unterschiedlichen Projekten um ein Schmetterling-Zertifikat bewerben. Das kann zum Beispiel Frühförderung in Englisch sein, oder in Französisch. Das heißt es gibt englisch und französisches Singen, Klatschen und Spielen ab der ersten Klasse. Aber das deckt nicht die Herausforderung ab, die hochbegabte Kinder mit sich bringen. Denn diese lernen in einem ungeheuren Tempo Stoff der Klasse, also in viel kürzerer Zeit als andere Kinder.

Kirschsblog: Wie ist die Lage für hochbegabte Kinder insgesamt an den Schulen in Hamburg?

Jaana Rasmussen: Die Lage für Hochbegabte Kinder und Jugendliche ist extrem schwierig, weil es keine verpflichtenden Angebote für sie an den Schulen gibt. Es gibt wie gesagt einzelne Schulen, die sich Hochbegabtenförderung auf die Fahnen geschrieben haben. Das liegt aber in deren Eigenverantwortung und wird weder von der Schulbehörde gefördert, noch wird das in irgendeiner Form überprüft. Jede Schule kann selber sagen, wir machen Hochbegabtenförderung, doch für Eltern bleibt undurchsichtig, was sich dahinter verbirgt. In anderen Bundesländern gibt es zumindest einzelne Schulen, auch Staatliche Schulen, die vernünftige Begabtenförderung machen. In Hamburg gibt es keine einzige Staatliche Schule, die integrierte Begabtenförderung anbietet.

Kirschsblog: Wo finden denn dann Kinder mit Hochbegabung und ihre Eltern in Hamburg Unterstützung.

Jaana Rasmussen: Es gibt die erwähnte „Beratungsstellen besondere Begabung“ bei der Schulbehörde. Da gibt es momentan eine Beraterin mit einer halben Stelle, die bei Schwierigkeiten in der Schule berät, oder die bei Verdacht auf eine überdurchschnittliche Begabung Gespräche führen kann. Allerdings hat die Beratungsstelle damit viel zu geringe Kapazitäten: Sie ist personell unterbesetzt und es gibt sehr viele Anfragen. Zwei Stellen sind außerdem zum Jahresende ausgelaufen und sollen durch die Reduzierung von Förderangeboten neu ausgeschrieben werden.

Kirschsblog: Sie sind Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind. Wie kann die DGhK Hochbegabte und ihren Familien unterstützen?

Jaana Rasmussen: Wir bieten in erster Linie Beratung für die Eltern an, kostenlose Telefonberatung, nach Altersgruppen gestaffelt. Dazu haben wir in sechs Stadtteilen Elterntreffen, bei denen Eltern sich untereinander austauschen, z.B. über Erfahrungen mit bestimmten Schulen, und mit den Leitern der Gruppen bestimmte Themen besprechen können. Darüber hinaus veranstalten wir Familientreffen und bieten Kurse für Kinder und Jugendliche an. Dazu gehören Tagesangebote in den Mintfächern, Naturwissenschaften, auch Robotik mit Lego NXT, bei denen Roboter gebaut und programmiert werden. Es gibt chemische Experimente mit Haushaltsmitteln für Kinder ab 5 Jahren und Kunstkurse. Wir haben wechselnde Themenschwerpunkte wie Recht, Gesetz und Kriminalistik. Es sind außerschulische Themen, und vermitteln den Stoff in einem Tempo, das hochbegabten Kindern gerecht ist, und zwar immer praktisch, so dass sie selbstständig experimentieren können. Entscheidend ist, dass sie mit anderen Kindern zusammen sind, die die ähnlich „ticken“ wie sie. Viele finden bei uns zum ersten Mal Freunde, und das ist so wichtig für die Kinder!

Kirschsblog: Neben der DHKK gibt es auch andere ähnlich Angebote?

Jaana Rasmussen: Genau, es gibt verschiedene Vereine mit ähnlichen Programmen. Auch über diese Angebote in Hamburg informieren wir die Eltern. Dazu zählen Angebote der Universitäten, die schon früh Kinder für bestimmte Fächer begeistern, zum Beispiel Begabtenkurse in der TU-Harburg oder Juniorstudien.

Kirschsblog: Diese Förderangebote kosten aber auch etwas. Wer zahlt das?

 Jaana Rasmussen: Hochbegabung hat nichts mit sozialer Herkunft zu tun. Aber die Schulen verlangen häufig, dass die Eltern alles an außerschulischen Fördermaßnahmen und therapeutischen Maßnahmen unternehmen, bevor schulische Veränderungen für ein Kind möglich gemacht werden. Die Eltern müssen das aber selber bezahlen. Es gibt dafür mit Ausnahme von „Hilfen zur Erziehung“ keine Förderung. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Hochbegabung in allen Bevölkerungsschichten vorkommt also auch Kinder mit Migrationshintergrund. Es betrifft viele Kinder aus schlechter finanziell dastehenden Elternhäusern, die sich überhaupt nicht leisten können, die Kinder irgendwo hin zu fahren und fördern zu lassen, Therapien oder Sozialtrainings zu bezahlen. Es werden wieder die benachteiligt, die sowieso schon sozial und finanziell benachteiligt sind und vielleicht nicht in der Lage, sich irgendwo gezielt Hilfe zu holen. Für Kinder, deren Eltern sich das nicht leisten können, bietet die DGhK eine beitragsreduzierte Mitgliedschaft an und kann die Kosten für Kurse übernehmen. Bestimmte therapeutische Maßnahmen übernimmt die Krankenkasse, wenn Störungen z.B. eindeutig auf Hochbegabung zurückzuführen sind. In der Regel muss man sich mit den Krankenkassen auch noch sehr intensiv auseinander setzen um zu erreichen, dass Therapiekosten übernommen werden. Viele Eltern bezahlen die nötigen Tests selber.

Kirschsblog: Wie finden Eltern Angebote wie das ihrer Gesellschaft ?

Jaana Rasmussen: Die Beratungsstelle der Behörde, mit der wir uns fachlich austauschen, weist auf unser Angebot hin. Häufig haben Kinder und Eltern schon sehr viel mitgemacht, sind von einer oder mehreren Schulen geflogen, sind zum Teil in Psychiatrischer Behandlung oder haben schon Störungen entwickelt, die auf Grund der mangelnden Förderung und der dauernden Unterforderung entstanden sind. Und für Eltern und Kinder ist es extrem wichtig, dass sie mit anderen sprechen, denen es ähnlich geht.

Kirschsblog: Was muß getan werden, um die Lage für Hochbegabte zu verbessern?

Janaa Rasmussen: Am wichtigsten ist, das ein Modul Hochbegabtenförderung in der Lehrerausbildung verankert ist und zwar für alle Lehrkräfte. Diese Module gibt es schon, aber nicht verpflichtend. Ende 2012 können wir solche Module selber anbieten, da wir an einem Pilotstudiengang Hochbegabten-Coaches am ICBF ausbilden. Dazu kommt, dass es keine verpflichtenden Angebote speziell für Hochbegabte an den Schulen gibt. Das muss sich dringend ändern. Es muss flächendeckend Angebote für Hochbegabte geben, so dass jede Schule in der Lage ist, Hochbegabte zu fördern. Wenn das aus Ressourcengründen nicht möglich ist, sollte man Schwerpunktschulen einrichten. Es gibt ja anerkannte Fördermöglichkeiten, das Überspringen von Klassenstufen oder das Drehtür-Modell, bei dem Kinder in bestimmten Fächern, in denen sie sehr schnell sind, die höheren Klassen besuchen. Die Binnendifferenzierung stößt da sehr schnell an ihre Grenzen. Das muss aber strukturell verankert werden, so dass die Förderung der Kinder nicht von den einzelnen Eltern abhängt und davon, wie weit sie in der Lage sind, die Schule zu überzeugen, diese Instrumente zu nutzen! Die Schulbehörde müsste dafür ein verpflichtendes Konzept erarbeiten, zum Beispiel mit der DGhK und dem Netzwerk Begabtenförderung. Es darf den Schulen nicht selber überlassen sein, was sie unter Hochbegabtenförderung verstehen, sondern es muss eine Zertifizierung geben, zu der auch eine Überprüfung der Fördermaßnahmen gehört.

Kirschsblog:  In Hamburg gibt es, wie Sie sagen, dringenden Handlungsbedarf. Wie reagiert man denn bei der Behörde auf ihre Forderungen?

 Jaana Rasmussen: Wir sind im Gespräch mit dem Referatsleiter der BbB, der unsere Forderungen weitestgehend teilt. Er hat aber keinen Auftrag, Qualitätsüberprüfungen an den Schmetterlingsschulen durchzuführen und seine Ressourcen werden ja gerade massiv beschnitten.

Kirschsblog: Sie hatten auch Gespräche mit dem Schulsenator Ties Rabe:

Jaana Rasmussen: Ties Rabe hat uns zugesagt, ein verpflichtendes Modul „Begabtenförderung“ in der Referendarsausbildung zu verankern. Wir werden die Behörde in der Umsetzung begleiten und unterstützen

Ties Rabes Schulpolitik zu Lasten von Gymnasiasten

21 Feb

Eltern von Schülern der Gymnasien in Hamburg sind zunehmend verunsichert, besorgt und empört. Auch Lehrer sind irritiert. Denn langsam sickert die Information zu allen Beteiligten durch,  dass SPD Schulsenator Ties Rabe in den letzten Wochen und Monaten viele schulpolitische Entscheidungen zum Nachteil von Schülern der Hamburger Gymnasium getroffen hat. Dabei geht es um die von Schulsenator Rabe eingeführten neuen Regelungen für Schulabschlüsse, für die Wiederholung von Klassen und für den Übergang in die Oberstufe, die nach Abschaffung des Sitzenbleibens in Zukunft gelten sollen.  Mit diesen Regelungen hat  Schulsenator Rabe besondere Hürden zulasten von Schülern der Hamburger Gymnasien geschaffen. Schon im kommenden Schuljahr wird der erste Jahrgang, die jetzige 8. Klassen davon betroffen sein.

Die Benachteiligungen für die Schüler von Gymnasien verstecken sich in einem für Eltern und Schüler schwer durchschaubaren Dickicht von Paragraphen und Verordnungen der soganannten APOs, der Allgemeinen Prüfungsordnungenm die von Schulsenator Rabe seit Mitte 2011 in vielen Punkten geändert wurden

Die Knackpunkte:

Die Realschulprüfung

Während Schüler von Stadtteilschulen in den 10.Klassen eine Realschulprüfung machen, finden in den 10 Klassen der Gymnasien sogenannte schriftliche und mündliche Überprüfungen mit deutlich höheren Anforderungen als bei den viel leichteren Realschulprüfungen in den Stadtteilschulen statt. Diese Ergebnisse der Überprüfungen fließen zu 30 Prozent in die Zeugnisnote des jeweiligen Faches der 10 Klasse ein. Die anderen 70 Prozent der Note ergeben sich aus der gesamten Jahresleistung. Mit der Versetzung in die Oberstufe wird gleichzeitig ein mit dem Realschulabschluss gleichwertiger Abschluss erreicht.

Der Übergang in die Oberstufe

Besonder hier gelten für Gymnasialschüler nicht nachvollziehbare scharfe Regeln, so die Kritik. Schüler von Gymnasien, die nach der 10. Klasse mit einer Versetzung in die Oberstufe abgeschlossen haben, können an die Oberstufe einer Stadtteilschule wechseln. Allerdings dürfen sie nur in die 12. Klasse wechseln, ein Wechsel vom Gymnasium in die 11. Klasse, die sogenannte „Vorstufe“ vor der Profiloberstufe der Klassen 12 und 13 der  Stadtteilschule ist ihnen nicht gestattet. Ein zusätzliches Jahr Vorbereitungszeit für die Studienstufe  wird  Gymnasialschülern nicht zugestanden. Eine Einschränkung, die von Lehrern und auch von der Elternkammer heftig kritisiert wird. Denn was diese Regelung besonders unverständlich macht, für die beruflichen Gymnasien gilt diese Einschränkung nicht: In die Vorstufe der beruflichen Gymnasien dürfen Schüler der Gymnasien wechseln. http://www.luewu.de/gvbl/2012/05.pdf , S.27

Die Elternkammer brachte Ende 2011 die Kritik an dieser Benachteiligung der Schüler von Gymnasien so auf den Punkt:  Die Möglichkeit eines Übergangs in die Klasse 11 der Oberstufe der Stadtteilschule erscheine „zwingend geboten….zur Vermeidung von Versagenserlebnissen und zum Wohle der Schülerinnen und Schüler und einer bestmöglichen Förderung zum Zwecke des Erreichens höchst möglicher Schulabschlüsse“. Die EK zitierte in diesem Zusammenhang auch den früheren Staatsrat der Schulbehörde. Auch am Gymnasium gebe es einen „Anteil von Schülerinnen, deren Basiskompetenzen nicht für die Studienstufe ausreichen dürften“, …einige würde vielleicht sogar die Studienstufe abbrechen. „ Einem erheblichen Teil dieser Schülerinnen und Schüler wäre vermutlich mit einem Übertritt in die dreijährige Oberstufe geholfen.“ http://www.elternkammer-hamburg.de/

Anlass, seine „Fehlentscheidungen…im Interesse des Wohles unserer Kinder … „ zu korrigieren“, wie von der Elternkammer gefordert, sah Schulsenator Ties Rabe nicht.

Klassen – Wiederholungen

Für Ärger und Verunsicherung sorgt auch die Frage, welche Schüler unter welchen Bedingungen in Zukunft die Klasse 10 wiederholen dürfen. Dies ist in einer weiteren APO geregelt, der APO-GrundSTGY vom 22.Juli 2011.

Wiederholungen der Klasse 10 sind demnach auch künftig unter bestimmten Bedingungen möglich,  in Gymnasium und in Stadtteilschulen. Der Vermerk „Versetzung gefährdet“ in Zeugnissen ist wie das Sitzenbleiben abgeschafft. Stattdessen wird es nach Angaben von Lehrern künftig in den Zeugnissen am Ende der 9. Klasse und im Halbjahreszeugnis der 10. Klasse einen besonderen Vermerk geben, wenn Schüler „voraussichtlich“ den Realschulabschluss erreichen. Einen Vermerk gibt es auch, wenn Schüler „vorrausichtlich“ in die Gymnasiale Oberstufe versetzt werden. Haben Schüler einen derartigen Vermerk, schaffen aber den Abschluss oder die Versetzung in die Oberstufe wider Erwarten nicht, können sie die Klasse 10 künftig wiederholen, und damit auch den Abschluss der Klasse 10. http://www.hamburg.de/contentblob/3013778/data/apo-grundstgy.pdf

Darüber hinaus können Schüler, die den Hauptschul- und den Realschulabschluss erworben haben, mit Genehmigung der Behörden die Klasse 10 wiederholen, wenn zu „erwarten ist“ dass sie den jeweils höheren Schulabschluss oder eine Versetzung in die Oberstufe erreichen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass diese Schüler in zwei der drei Fächer Deutsch, Mathematik plus eine Fremdsprache die Anforderungen des höheren Schulabschlusses oder der Versetzung bereits erfüllt haben.

Diese Regelungen werde vorrausichtlich zu einer Zunahme positiver „Vermerke“ führen, so die Kritik eines Oberstufenkoordinators, um den Schülern die Möglichkeit einer Wiederholung der 10. Klasse nicht zu verbauen.

Was auch daraus folgt: Schüler von Gymnasien ohne positive Vermerke in den Zeugnissen, die in Klasse 10 keine Versetzung in die Oberstufe erreichen, können demnach die 10. Klasse nicht wiederholen und müssen das Gymnasium folglich verlassen. Die Zeugnisnoten der 10. Klasse des Gymnasiums werden in diesem Fall nach einer Umrechnungstabelle in „abschlussbezogene“ Note für den Realschulabschluss umgerechnet. Die Zeugnisnoten werden dabei für den Realabschluss deutlich angehoben. Schlechten Schülern der Mittelstufe an Gymnasien ist damit selbst mit mehreren Fünfen im Zeugnis der 10. Klasse der Realschulabschluss fast immer sicher, auch das kritisieren Lehrer mit Blick auf die Motivation von Schülern der Mittelstufe, die auch bei schlechten Noten nach Klasse 7 das Gymnasium bis zur 10.Klasse nicht verlassen dürfen.

Aber: Selbst wenn die auf diese Weise umgerechneten Noten der Schüler von Gymnasien  so  gut sind, das sie die Voraussetzungen für eine Versetzung in die 11. Klasse der Stadtteiloberschule erfüllen, bleibt ihnen diese Möglichkeit trotzdem verschlossen. Ein Wechsel in die 11. Klasse der Stadtteilschule ist für die Schüler der Gymnasien wie gesagt nicht vorgesehen.

Zuletzt der Sonderfall „Freiwillige Wiederholung“

Einige Schüler der Oberstufe der G8 Gymnasien haben bisher gerne die Möglichkeit genutzt, die 11. Klasse freiwillig zu wiederholen, sei es, weil sie sich noch zu jung für das Abi fühlten, so wie ein Hamburger Schülerin erklärte oder um ein freiwilliges 13. Schuljahr für einen Neustart zu nutzen: „Ich würde gerne die 12. Klasse freiwillig wiederholen, um meine LKs und GKs umzuwählen und nochmal von 0 anzufangen“ schreibt zB. ein Schüler in einem Internetforum. Doch diese Möglichkeit wird den Schülern künftig durch Schulsenator Rabe erheblich erschwert. Hintergrund ist u.U. der deutliche Anstieg von Wiederholungen in der Oberstufe von Gymnasium und Stadtteilschule  im letzten Jahr auf fast 7 Prozent in Klasse 11 und auf ca. 8 Prozent in Kl.12.. Wiederholungen kosten Geld! http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/3243896/2012-01-17-bsb-herststatistik.html)

Die Regelungen für die freiwillige Wiederholung wurden mit der neuen APO-AH verschärft. Bisher galt: „ Die Schülerinnen und Schüler können mit Genehmigung der Zeugniskonferenz bis zum Ende des zweiten Semesters der Studienstufe um ein Schuljahr zurücktreten“. http://www.hamburg.de/contentblob/1332736/data/bsb-apo-ah-18-03-2009.pdf

Seit dem 26.1. 2012 gilt nun neu: Freiwillige Wiederholungen müssen jetzt von der „zuständigen Behörde“ genehmigt werden. Damit wird gerade für Schüler der Gymnasien mit der verkürzten achtjährigen Schulzeit eine Chance auf individuelles Lernen eingeschränkt, und damit auch die Möglichkeit,  je  nach individuellem Reifegrad und Leistungsstand die Oberstufe um jenes 13. Schuljahr zu verlängern,  das Stadtteilschülern in der dreijährigen Oberstufe selbstverständlich zugestanden wird. Eine Verschärfung, die auch Oberstufenlehrer als ungerecht  kritisieren. Quelle: Dritte Verordnung der Allgemeinen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife, HmgGVBI.Nr.5, S. 26, 26. 1.2012(APO-AH) http://www.luewu.de/gvbl/2012/05.pdf

Wunschkandidat für Viele: Joachim Gauck wird voraussichtlicher neuer Bundespräsident

19 Feb

Es  bewege ihn sehr, dass ein Mensch „der noch im finsteren, dunklen Krieg geboren sei und 50 Jahre in einer Diktatur gelebt hat“, der die Arbeit für die Wiedervereinigung erlebt hat, dass ein solcher Mensch an die Spitze des Staates gerufen werde. „Die Vorschusslorbeeren möchte ich erst verdienen“, ergänzte Joachim Gauck gegen 21.30 Uhr gestern abend bei einer Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Spitzenvertretern der vier Parteien, CDU, CSU, FDP und Grüne. In den Gesichtern von Bundeskanzlerin Angela Merkel und denen der versammelten Spitzenpolitiker zeigten sich Freude und Erleichterung. CDU und FDP hatten sich offenbar in dramatischen Verhandlungen geeinigt, Joachim Gauck, den Wunschkandidaten von SPD und Grünen, zur Wahl zum Bundespräsidenten zu nominieren.  Damit ist die Mehrheit für die Wahl von Jochim Gauck zum Bundespräsidenten in der Bundesversammlung gesichert. Eine Entscheidung für Freiheit und Demokratie, das war der gemeinsame Grundtenor aller Politikererklärungen.

Was ihm unglaublich geholfen habe, erkärte Joachim Gauck, dass sich bei dieser Entscheidung alle zusammengefunden hätten und, so fügte er hinzu, dass ihm Bundeskanzlerin Merkel versichert habe, dass sie ihm auch vor dieser Nominierung  Hochachtung und Zuneigung entgegengebracht habe. Das Wichtigste sei, so Gauck weiter, dass ihm Vertrauen entgegengebracht worden sei. Wichtig für die Zukunft sei ihm vor allem, dass die Menschen „dieses Land wieder lieben lernten“, ein Land, in dem sie die “ wunderbare Möglichkeit“ hätten, ein erfülltes Leben zu leben und die Freiheit, zu etwas und für etwas zu leben: „das nennt man Verantwortung“. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Menschen wieder verloren gegangenes Vertrauen gewinnen und Kraft, wieder die „Haltung von Verantwortung anzunehmen und nicht nur als Zuschauer und kritische Begleiter der öffentlichen Dinge herumzustehen“.

Im übrigen habe ihn die Nachricht im Taxi überrascht und er habe noch nicht einmal die Zeit gehabt, sich zu waschen. Er werde weiter als „reisender Politiklehrer unterwegs sein“. Er sei kein „Supermann“ und kein fehlerloser Mensch. Er fühle sich geehrt, und werde sicher irgendwann spät in der Nacht auch beglückt sein, im Moment sei er aber mehr „verwirrt“, erklärte Joachim Gauck.

Der Entscheidung für Joachim Gauck soll  innerhalb der Regierungskoaltion eine heftige Auseinandersetzung vorausgegangen sein.  Die FDP habe, so wurde berichtet, auf der Nominierung von Joachim Gauck bestanden und den Bruch der Koalition angekündigt, sollte es nicht zu dieser Nomnierung von Joachim Gauck kommen.

„Ein Wunder namens Gauck!“,

so der Titel der Sueddeutschen zur Nominierung:http://www.sueddeutsche.de/politik/wulff-nachfolge-merkel-gauck-soll-bundespraesident-werden-1.1288295

Und die FAZ schreibt: „Joachim Gauck steht für die unbestechliche, der Wahrheit, aber niemals dem Rachebedürfnis verpflichtete Aufarbeitung des Unrechts in der DDR. Die Freiheit ist sein existenzielles Anliegen“….Mehr über Gauck in: „Ein linker, liberaler Konservativer“: „http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/joachim-gauck-ein-linker-liberaler-konservativer-11655777.html

Kirschblog freut sich und gratuliert Joachim Gauck zur Nominierung und den Politikern zu dieser Entscheidung.

Ergänzung zum GBS Schulausschuss – Bericht: Demnächst auch Anhörung zu GBS im Schulausschuss der Bürgerschaft

15 Feb

Der Schulausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft hat in seiner Sitzung am Dienstag gegen die Stimmen der SPD auch eine Öffentliche Anhörung zum Thema GBS beschlossen. Der Termin der Öffentlichen Anhörung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Schulausschuss zur Ganztags-Schulreform: Die ganztägige Bildung und Betreuung GBS

15 Feb

Rund drei Stunden ging es um die Details der ganztägigen Bildung und Betreuung, GBS, um Kantinenausbau, Räume, Betreuungsschlüssel, um die Zukunft der Horte, Gebühren und Mittagessen in der geplanten Nachmittagsbetreuung an den Hamburger Grundschulen. Anlass war die große GBS Anfrage in der Hamburger Bürgerschaft, in der die Fraktion der Linken  dem SPD Senat im Dezember 98 Fragen zur geplanten Einführung von GBS an den Schulen gestellt hatte. Die Abgeordneten von Schulausschuss und dem Familien-, Kinder und Jugendausschusses der Bürgerschaft nutzten die Gelegenheit, zu vielen Punkten der 41 Seiten umfassenden Antwort des Senats noch einmal bei Schulsenator Rabe nachzuhaken. (Drs.20/2501)https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/

Ab August sollen rund 40 Grundschulen mit GBS starten, rund 30 Schulen praktizieren GBS schon. Doch der Kaisersaal im Rathaus war nur spärlich besetzt, als Ties Rabe gewohnt eloquent auch kritische Fragen der Ausschussmitglieder beantwortete.  Er habe die Finanzierung gegenüber den Ganztagsplänen der Vorgängerregierung verbessert, betonte der Schulsenator mehrfach, und  nannte Punkte wie das pädagogische Budget für das Personal, Geld für Mobiliar und Kooperationszeiten von Lehrern und Erziehern. Für den Ausbau von Küchen und Kantinen habe man ferner Investitionen von 100 Millionen vorgesehen, so Rabe.

Die Ergebnisse einer Befragung der sieben GBS Pilotschulen, die schon 2010/11 gestartet waren und die er gestern vorgestellt hatte, hätten ihm „Rückenwind“ gegeben, erklärte er. „Die Eltern finden das Angebot gut“. Auf Kritik von Eltern an dieser Befragung ging er nicht ein: So hatte heute Sabine Buhk vom Landeselternausschuss LEA kritisiert, dass das Mittagessen  von den befragten Kindern an den GBS Pilotschulen „sowohl von den äußeren Bedingungen (Lärm, Raum usw.) als auch von der Qualität des Essens“ her als „mittlere Katastrophe“ bewertet worden sei. Die Elternvertreterin  hatte auch darauf hingewiesen, dass 49 Prozent der Kinder erklärt hatten, dass die Räumen nicht gut seien oder „so gehen“, 38Prozent der Kinder hätten erklärt, dass nicht genug Platz zum Ausruhen sei, 44 Prozent fanden die Räume nicht gemütlich.

Die Raumsituation, betonte dagegen Schulsenator Ties Rabe im Ausschuss, werde von den „Betroffenen nicht als Zumutung empfunden“, sie seien mit der „Raumsituation“ vielmehr sehr zufrieden.

Kritik an der positiven Auslegung der Befragungsergebnisse durch den Schulsenator  äußerte der Schulausschuss-Vorsitzende Walter Scheuerl. Er wies darauf hin, dass  77 Prozent der Kinder in der Befragung erklärt hatten, sie seien insgesamt mit der Schule zufrieden, dass aber nur 44 Prozent mit der Nachmittagsbetreuung zufrieden waren. Eltern hätten außerdem erheblichen Nachbesserungsbedarf  beim GBS Nachmittagsangebot festgestellt. Ties Rabe erwiderte, 48 Prozent der Kinder hätten in Hinblick auf das Nachmittagsangebot  mit „weiß nicht“ geantwortet.

Kritische Nachfragen gab es auch von Seiten der GAL. Die Abgeordneten Christiane Blomeke bemängelte, dass die monatlich zu leistenden Gebühren für die Ferienbetreuung insgesamt zu hoch seien, eine Familie mit zwei Kindern müsse zB. 480 Euro für drei Wochen Ferienbetreuung zahlen. Ties Rabe erklärte, im Hort sei es teurer.

Die sozial gestaffelten Mittagessenspreise werde es für von der Vorschule bis zur 4.Klasse der Grundschule geben, erklärte der Schulsenator auf eine Frage von Stefanie von Berg, GAL. Für die Gruppe von ca.1500 Kinder der Klassen 5 bis 8 bis zum Alter von 14 Jahren, die derzeit nachmittags im Hort seien, werde es künftig keine Staffelung der Essenspreise geben. „Belastete Kinder“ bekämen aber Beiträge zurückerstattet.

Ein Punkt, der in den Fragen der Abgeordneten immer wieder auftauchte: Die Flexibilität bei der Nachmittags-Betreuung. „Wir sind im Gespräch, welche Flexibilität möglich ist“, erklärte Ties Rabe dazu. Man müsse  abwägen, zwischen dem Wunsch der Eltern nach flexiblen Betreuungszeiten einerseits, und dem „energischen Anspruch auf qualitativ hochwertigen Angebote“ andererseits. Das seien zwei gegenläufige Interessen, die aber oft von denselben Eltern erhoben würden. Man sei im Gespräch mit den Trägern, um „beiden Interessen gerecht zu werden“.

Nach dem Ausbau der Küchen und Kantinen gefragt, erklärte Ties Rabe, es seien 119 Standorte inspiziert worden. Es würden mehrere Kategorien von Kantinen gebaut. 1. Kantinen in 45 Schulen, die bis zum Sommer fertig würden. 2. Kantinen, die im Jahr 2013 fertig würden. 3. umfangreiche Bauarbeiten, die länger dauern würden. In diesem Fällen werde es zunächst Provisorien geben, einige davon seien „ordentlich“, andere „schwierig“. Da einige Schulen „vielleicht in den nächsten Jahren noch keine Ganztagsschule werden“, Schulen, „die erst in sechs Jahren ausgebaut werden“, überlege man jetzt, Mittel dort zu investieren, wo es nötig sei, also in die Schulen, „die jetzt schon Ganztagsschule sind“. Auf jeden Fall werde es keine Produktionsküchen geben. Man solle das Essen von Caterern, das in Aufwärmküchen zubereitet werde, nicht „verteufeln“ oder meinen, dass dieses Essen keine Vitamine enthalte, erklärte er. 

Eine neue ernährungswissenschafltichen Untersuchung von Schulkantinen hatte in diesem Zusammenhang  kürzlich ergeben, dass mehr als 90 Prozent der deutschen Schulkantinen Qualitätsmängel haben. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung kritisieren die Wissenschaflter, das Essen in Schulkantinen sei fade, verkocht und es fehle an Vitaminen. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/schulkantinen-das-kind-muss-essen-11637925.html . Der Platz in den Kantinen sei im Übrigen so bemessen, so Ties Rabe, dass jeweils rund ein Drittel der Kinder gleichzeitig essen könne.

Es werde mit der Einführung von Ganztagsschule zu Problemen mit der vielfältigen außerschulischen Angebots-Struktur kommen, zB. in Kirchen oder  im Leistungsunterricht zB. im Bereich Musik, erklärte der schulpolitische Sprecher der CDU Fraktion, Robert Heinemann, und brachte das so auf den Punkt. „Wo bleiben die Kinder?“ Für diesen Zweck werde ein zweiter  runder Tisch geplant, erklärte dazu ein Vertreter der Sozialbehörde. Dort werde man mit allen Beteiligten darüber sprechen, welche Angebote an die Schule kommen können, bei der Jugendmusikschule  werde auch über Modelle nachgedacht. „Das ist im Moment offen“, ergänzte Ties Rabe. „Hier müssen wir aufpassen, dass uns diese Angebote nicht wegbrechen…. Wir müssen institutionell dafür sorgen, dass dies beim Ganztag sichergestellt wird“. Er stelle sich auf keinen Fall vor, dass Schule alles an sich zieht, sondern dass sie sich vernetzt. Bei allen Beteiligten sei eine „Haltungsänderung“ nötig, sagte Ties Rabe und beschwor den „Geist der Zusammenarbeit“. Man müsse den Stadtteil integrieren, erklärte er, das sei aber ein langer Prozess.

Kritische Fragen der Abgeordneten betrafen den Betreuungsschlüssel bei der Nachmittagsbetreuung. Der Schlüssel von 21 Kindern pro Erzieher werde durch das pädagogische Budget reduziert, ebenso dadurch, dass nicht immer alle Kinder an allen Tagen da sein würden, sagte Ties Rabe. Das Problem seien aber die Tage, an denen alle Kinder da sind, erklärte darauf Mehmet Yıldız , Linke.

Ein Thema schließlich tauchte in den Fragen an diesem Abend immer wieder auf: Die Frage, ob es auch künftig ein Nebeneinander von Nachmittagsbetreuung in den GBS Ganztagsschulen und in Horten geben und damit auch Kita-Gutscheine geben wird. Walter Scheuerl wies auf die Entscheidung von Sozialsenator Scheele hin, auch künftig nach 13 Uhr die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -Väter zu finanzieren. Wenn dieses Angebot einer Betreuung in kleineren Gruppen als wichtig und wertvoll bezeichnet werde und erhalten bliebe,  müßte das doch auch für die Horte gelten, erklärte er unter Verweis auf ein Wahlrecht der Eltern bei der Betreuung.

Die Planung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte darauf Ties Rabe, daran werde noch gearbeitet, auch an den rechtlichen Grundlagen. Horte und Ganztagsschulen auf Dauer parallel bestehen zu lassen, „mache aber keinen Sinn“, so Ties Rabe, dies sei eine „Übergangslösung“.  Mit seiner Begründung machte er dann klar, dass es dem SPD Schulsenator in dieser Frage nicht um pädagogische Gründe geht. Man wolle 10 000 neue Ganztagsangebote schaffen. Dies werde durch die Doppelnutzung von Schulräumen finanziert. Die Gebäudekosten würden dadurch reduziert, das sei ein Effizienzgewinn. „Wenn wir Horte weiterbestehen lassen, muss man dagegen zweimal große Gebäudekomplexe finanzieren“, fuhr er fort, dann fehle das Geld für weitere Ganztagsangebote. Langfristig würden keine anderen Angebote gebraucht, „weil wir Ganztagsschulen haben“.

Nach der Gruppengröße wurde nicht gefragt – Schulsenator Rabe stellt Ergebnis der Befragung von GBS Pilotschulen und neues Gebührensystem vor

13 Feb

Auf die Gruppengröße bei GBS käme es nicht so sehr an – das sei ja auch in Hinblick auf die Auswirkungen von Klassengrößen in der Schule schon bekannt. Die Frage nach der Gruppengröße sei im Rahmen dieser Befragung auch gar nicht möglich gewesen. Das erklärte Dr. Monika Renz, Leiterin des Evaluationsbüros am Landesinstitut LI. Sie ist eine von zwei Autorinnen der „Evaluierung“ der GBS Pilotschulen der ganztägigen Bildung und Betreuung“, GBS, in Hamburg, die Schulsenator Rabe heute Mittag der Öffentlichkeit vorstellte.  Der 70-seitige Bericht stellt die Ergebnisse von Eltern- und Schülerbefragungen, Interviews mit pädagogischem Personal und statistischen Erhebungen an sieben Pilotschulen zusammen, die schon im Jahr 2010/11 gemeinsam mit Jugendhilfeträgern mit GBS begonnen haben.

Rund 40 Prozent der Schüler haben an der schulischen Nachmittagsbetreuung, GBS, der Pilotschulen teilgenommen, so Ties Rabe. Das zentrale Ergebnis der Eltern-Befragung:  Auf einer Skala von eins bis vier erreiche der Satz, „Ich finde, mein Kind ist in der Ganztagsschule in guten Händen“ einen Zustimmungswert von 3,04. Das seien „ordentliche Zustimmungspunkte!“, so bewertete Ties Rabe dieses Ergebnis. „Die Eltern sind mit dem Angebot zufrieden“. Die Eltern waren unter anderem nach ihren  Motiven für die Teilnahme an GBS gefragt worden. Wichtigstes Motiv: Die Eltern wollten die Berufstätigkeit mit der Familie vereinbaren. Außerdem wollten die Eltern, dass „ihre Kinder zusammen mit anderen glücklich spielen können“, erklärte der Schulsenator. Ein weiterer Grund: die  „sinnvollen Angebote“. Eltern hätten hohe Ansprüche an das Angebot, dies sei bei GBS höher als beim Hort. Allerdings gebe es an diesem Punkt noch eine Baustelle, die „Qualität muß steigen“.

Kritisch sähen die Eltern die Qualität des Mittagessens, für die viele Eltern auch mehr Geld ausgeben würden. Wenig kritisch dagegen seien Eltern in der Frage der Raumsituation. Anders als bei „Funktionären“ und „Gremien“ gebe es da offensichtlich eine „große Zufriedenheit“. Allerdings wünschten sich die beteiligten Kita-Leitungen ihrer Befragung zufolge mehr „Kuschelecken“. Die beteiligten Schulleitungen und Horte bewerteten ihre Zusammenarbeit positiv, so Ties Rabe. Die Kinder hätten in den Fragebögen die Wahl zwischen drei verschiedenen Smiley Gesichtern gehabt und meist das lächelnde Gesicht gewählt. Ausnahmen  seien die Themen Hausaufgaben und Spielsachen. Kinder wollten ihre Spielsachen mitnehmen und bei der Auswahl von Spielsachen beteiligt sein.

Was Ties Rabe dabei nicht erwähnte: Die Antwortern der Kinder fielen bei der Frage „Wie gefällt dir der Nachmittag in der Schule“ insgesamt kritisch aus. Weniger als die Hälfte der Kinder (44Prozent)  wählte die positiv lächelnden Smiley, die Mehrheit dagegen wählte das „Weiß nicht“ Smiley (48 Prozent), acht Prozent wählte sogar ein maulendes Smiley, das heißt diese Kinder fühlen sich in der schulischen Nachmittags-Betreung nicht wohl.

Der Begriff“ Evaluation“ sei ein bißchen hochgegriffen, erklärte dann Martin Peters vom paritätischen Wohlfahrtsverband, es handele sich eher um eine „Sachstandsbeschreibung“. Dem stimmte auch Monika Renz zu. Sie erklärte auf Nachfrage, viele Fragen nach der Qualität der Betreuung seien in den Befragungen nicht gestellt worden: Nicht gefragt wurde demnach, wer die Kinder betreut, pädagogische Fachkräfte oder Honorarkräfte, nicht gefragt wurde nach der Fluktuation der Betreuer. Nicht gefragt wurde, ob Kinder in der Betreuung am GBS Nachmittag feste Bezugspersonen haben, und auch die Frage der Gruppengröße, s.o., war nicht dabei..

Es gebe aus der Sicht des paritätischen Wahlfahrtsverbandes bei GBS zwei Zielkonflikte: Einmal den Zielkonflikt zwischen flexiblen Abholzeiten, die von Eltern immer wieder gefordert werden, und dem „besten Angebot“ bei GBS, erlärte dann Martin Peters. „Den werden wir so nicht auflösen können“. Ein zweiter Zielkonflikt bestehe zwischen dem Wunsch der Eltern nach vielzähligen Angeboten und den Vorstellungen von Kindern, die sich auch einmal wünschten „hei, lass mich spielen, ich will auch mal keinen Erzieher sehen“.

Die Einführung von Ganztagsschule in der Fläche sei sehr wichtig, und ein „Glücksfall für den Sozialraum“, so schließlich die Vertreterinnen einer Pilotschule, Frau Knopper, Schulleiterin der Schule Arp-Schnittger-Stieg und die Vertreterin des Kooperationspartners der Schule, Frau Bartels von der Kita Este. In der Zusammenarbeit aller beteiligter Kitas, Verbände und Schulen sehen sie die Perspektive von Ganztagsschulen als „Bildungszentrum in einem Haus“.

Die Studie gebe wichtige Hinweise darauf, wo noch Verbesserungen nötig seien, erklärte Ties Rabe. Dem habe man schon in vielen Punkten Rechnung getragen, so gebe es zusätzliche Mittel für die noch bemängelte Kooperation von Schule und Hortträger, den Ausbau für Kantinen, die Doppelnutzung von Räumen. Kirschsblog hat darüber berichtet. (27.1).

Die Frage, ob es künftig eine Wahlfreiheit zwischen GBS Schule und Hort geben werde, wie im §18 des kürzlich unterschriebenen Landesrahmenvertrags GBS vorgesehen, wollte Ties Rabe nicht eindeutig beantworten. „Das ist noch nicht entschieden, darüber denken wir zur Zeit nach“, erklärte er. Ähnlich auch die Antwort auf eine kleine Anfrage zum Thema in der Bürgerschaft, die seit heute vorliegt: Die Planungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen“.

http://www.walterscheuerl.de/resources/Senatsantwort_20_3115__Hort_GBS.pdf

Das gestaffelte Gebührensystem für Randzeiten, Ferien und Mittagessen

Der Schulsenator stellte dann das angekündigte gestaffelte Gebührensystem für die GBS Betreuung in den Ferien und Randzeiten vor, also in der Zeit von sechs bis acht Uhr morgens und 16 bis 18 Uhr abends.

Während die Betreuung in den der GBS Kernzeit von 13 bis 16 Uhr kostenlos ist, werden für diese zusätzlichen Betreuungszeiten Gebühren erhoben. Diese Gebühren werden künftig sozial gestaffelt sein. Je nach Einkommen und Kinderzahl sinkt die Gebühr um 25%, 50%, 70% und 80% des Höchstsatzes. Dasselbe gilt für die Kosten für das Mittagessen. Der Preis für ein Essen beträgt 3.50 Euro und sinkt nach derselben sozialen Staffelung wie die Gebühren. Für Kinder im Leistungsbezug ist das Essen kostenlos. Geschwisterkinder bezahlen weniger, nämlich 33,3 %, für das zweite, und 20 % für das dritte Kind. Es werde eine Bezahlung mit Chips entwickelt, die die Kinder beim Essen vorzeigen und von dem der jeweils errechnete Betrag für das Essen abgezogen werde, erklärte Ties Rabe.

Für die Vorschule, ergänzte er, gelten generell Gebühren, auch für die Kernzeiten. Die Gebühren von Kita und GBS seien gleich hoch, um einen Disput zwischen beiden Betreuungs-Anbietern zu vermeiden, zwischen denen Eltern von Vorschülern künftig wählen könnten. Die Gebührensysteme, so Ties Rabe, würden nach dem Sommer eingeführt.

In der künftigen GBS zahlt niemand mehr als im Hort, erklärte Ties Rabe schließlich, was zu kritischen Nachfragen führte. Denn wie sich aus Gebührentabelle errechne, so eine Journalisten, zahlten Eltern künftig in den Ferienzeiten bis zu 480 Euro, das sei weit mehr als im Hort.

Kritik gab es schließlich auch von Seiten Verbände. Martin Petes bemängelte die vorgesehenen Regelungen für das Mittagessen, das künftig meist von Caterern kommen und in den Aufwärmküchen in den Schulen erhitzt werden soll. Aus Sicht des paritätischen Wohlfahrtsverbandes „verschenken wir eine wesentliche Qualität“, da das Essen nicht in Produktionsküchen in den Schulen gekocht werden solle. „Das wäre ein Euro teurer, da gibt es eine politische Entscheidung, die bedauern wir“.

Hier die Gebührentabelle:

Die in der Tabelle genannten Gebühren sind Monatsbeträge, die 12 Monate im Jahr zu zahlen sind. Sie gelten für den Vollzahler (100%) ohne Ermäßigung. Die einzelnen Leistungsmodule ergeben addiert die zu zahlende Monatsgebühr.

  Leistungsmodule Monatsgebühr für Vollzahler (100%)
Während der Schulzeit
  Frühbetreuung 06-07 Uhr 30 Euro
  Frühbetreuung 07-08 Uhr 30 Euro
  Kernzeit 13-16 Uhr gebührenfrei
  Spätbetreuung 16-17 Uhr 30 Euro
  Spätbetreuung 17-18 Uhr 30 Euro
 Während der Ferien (pro gebuchter Woche)
  Ferienbetreuung 8-16 Uhr 7,50 Euro
  Ferienbetreuung mit Randzeiten max. 6 bis 18 Uhr 10 Euro

Für die Vorschüler betragen die Gebühren für Betreuungszeiten nur 40% der Beträge aus der Gebührentabelle (12 Euro pro Randzeitenstunde). Zusätzlich zahlen alle Vorschüler für die Betreuungszeit von 13 bis 16 Uhr eine Grundgebühr von 5 Euro.

Fallbeispiel nur Betreuung:

Eltern buchen für ihr Schulkind eine Spätbetreuung von 16 bis 18 Uhr, für Höchstzahler werden dann 2 mal 30 Euro fällig. Zudem werden 8 Wochen Ferien mit Randzeiten gewünscht. Dafür werden 8 mal 10 Euro fällig. Daraus ergibt sich eine monatliche Gebühr für Höchstzahler von 140 Euro.

http://li.hamburg.de/contentblob/3288546/data/download-gbs-evaluation.pdf

 

Nach dem Tod von Chantal – Zwei Rücktritte und drei mächtige Politiker: Markus Schreiber, Johannnes Kahrs, Olaf Scholz

10 Feb

Zwei Rücktritte an einem Tag? Nach dem Rücktritt von Markus Schreiber wurde gestern Abend überraschend ein zweiter Rücktritt angekündigt. Der SPD Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs werde von seinem Vorsitz des Jugendhilfehausschusses im Bezirk Mitte zurücktreten, so war auf der Homepage des Obdachlosen-Magazins Hinz und Kunzt zu lesen. http://www.hinzundkunzt.de/

Der Druck auf Olaf Scholz war offensichtlich sehr groß. Immer drängender wurden zuletzt die Fragen nach der politischen Verantwortung für den Tod der 11 jährigen Chantal, die vor drei Wochen in Wilhelmsburg an einer Methadonvergiftung starb. Immer heftiger wurde auch die Kritik am Bezirk Mitte und dessen Jugendamt, das Chantal Pflegeeltern anvertraut hatte, die Methadon bekamen, und in deren Wohnung Methadon Tabletten gefunden wurden. Nach dem Tod des Mädchens drohe die SPD Hamburg in eine Vertrauenskrise zu stürzen, hatte schon am Donnerstag die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, und dann am Freitag für Leser in ganz Deutschland eine Analyse des mächtigen “ Systems Johannes Kahrs“ in der SPD Hamburg nachgereicht. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-in-hamburg-das-system-kahrs-11643624.html

Der SPD Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs ist seit 18 Jahren Vorsitzender des Jugendhilfehausschusses im Bezirk Mitte. Die FAZ beschreibt das mächtige „System “ von Abhängigkeiten und gegenseitigen Verpflichtungen eines Kreises von Vertrauten in der SPD Hamburg, die in festem „Korpsgeist….beinahe bedingungslos“ dem SPD Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs folgten. Das „System Kahrs“ sei ein „Rettungsschirm“ für Markus Schreiber, so hatte noch vor einer Woche auch das Abendblatt getitelt,  selbst Olaf Scholz als „der mächtigster Politiker im Rathaus kann seinen vermutlich umstrittensten Parteifreund nicht loswerden“. http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article2178657/Markus-Schreibers-Rettungsschirm-heisst-Kahrs.html

Gestern Abend bahnte sich dann eine kleine Sensation an. Nachdem am Nachmittag einer der Vertrauten von Johannes Kahrs, Markus Schreiber, seit 10 Jahren Bezirksamtsleiter im Bezirk  Mitte, von seinen Amt zurückgetreten war, wurde auch der Rücktritt von Johannes Kahrs als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses im Bezirk Mitte angekündigt. Er werde aber Kreisvorsitzender bleiben, hieß es bei Hinz und Kunzt. Sollte sich dieser Rücktritt bewahrheiten, hätte sich damit Olaf Scholz als „mächtigster Mann im Rathaus“, anders als von FAZ, Abendblatt und vielen Kennern erwartet, unter dem Druck der Öffentlichkeit gegen das mächtige SPD „System Kahrs“ durchgesetzt.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister hatte gestern Markus Schreiber im Rathaus seinen Entschluss vor der Presse begründet. Nach einem „ausführlichen Gespräch mit dem Bürgermeister“ übernehme er mit seinem Rücktritt „die politische Verantwortung für die Versäumnisse seines Amtes im Zusammenhang mit dem Tod von Chantal“, so Schreiber. „Der Tod eines 11jährigen Mädchens unter den Augen meines Jugendamtes und meines Bezirksamtes belastet mich so stark, dass ich nicht mehr Bezirksamtsleiter sein will“, erklärte Markus Schreiber sichtlich bewegt vor vielen Kameras und Mikrophonen. Er habe sich „zunächst“ auf Aussagen seiner Mitarbeiter verlassen, fuhr Schreiber fort, dass es Chantal noch „kurz vor ihrem Tod körperlich gut“ ging. „Es war natürlich nicht gut“, fuhr er fort.

„Der Tod des Mädchens macht uns alle tief betroffen“….erklärte Bürgermeister Scholz neben ihm. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Kinder in unserer Stadt zu Schaden kommen oder gar sterben, vor allem, wenn sich bereits staatliche Stellen darum kümmern“.

Markus Schreiber erklärte gestern, er wolle mit seinem Schritt Schaden von Bezirksamt, Senat, Bürgermeister und von der SPD Hamburg abwenden. „Der Schritt ist konsequent und in hohem Maße anständig“, erklärte dazu Bürgermeister Olaf Scholz. Wie groß die Befürchtungen gewesen sein müssen, dass Bürgermeister und SPD Hamburg Schaden nach dem Tod von Chantal Schaden nehmen könnten, zeigt jetzt der voraussichtliche Rücktritt von SPD Urgestein Johannes Kahrs. Die Rücktritte erscheinen jetzt wie ein „Rettungsschirm für Bürgermeister Olaf Scholz“.

Dieser Tag sei kein Schlusspunkt, erklärten Olaf Scholz und Markus Schreiber gestern. Die Zusammenarbeit mit freien Trägern und die milieunahe Unterbringung in der Jugendhilfe müßten grundlegend geändert werden.

Fragen, wieso das nicht früher geschehen sei, waren gestern nicht mehr zugelassen.

Die CDU begrüßte gestern die Entscheidung von Markus Schreiber. Sie fordert aber auch schon länger den Rücktritt von Johannes Kahrs und kritisierte gestern noch einmal das „System Kahrs“. Die Mittel in der Jugendarbeit im Bezirk Mitte seien nach parteilicher Zugehörigkeit und Wohlverhalten vergeben worden, so die Kritik des CDU Fraktionsvorsitzenden Dietrich Wersich. „Wer nicht nach Kahrs funktionierte, der bekam nichts“.

Gefragt, wie er dazu stehe, dass nun ein weiterer Kahrs-Vertrauter, Andy Grote, als Nachfolger für Markus Schreiber im Gespräch sei, erklärte Dietrich Wersich gestern, als Leiter dieses Amt werde jetzt eine unabhängige Person benötigt. Alle Parteien sollten sich zusammensetzen und sich auf eine neutrale Ausschreibung der Stelle einigen.

Jetzt gehe es erst einmal darum, fachliche Dinge und die Jugendhilfestrukturen im Bezirk Mitte zu prüfen, so gestern der Fraktionsvorsitzende der GAL, Jens Kerstan. Man könne auch die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses überlegen, antwortete Kerstan auf die Frage eines Journalisten. Eine Forderung, die in den letzten Tagen auch in einigen Kommentaren und und im Internet erhoben wurde: Die erschreckenden Misstände und Fehlentscheidungen im Jugendamt  Mitte durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss sorgfältig zu untersuchen und aufzuklären – damit sie sich nicht wiederholen.

Tagesmütter und -Väter werden trotz Ganztagsschule nachmittags weiter finanziert: Wichtige Entscheidung für die Wahlfreiheit

8 Feb

Auch nach dem Jahr 2013 wird es in Hamburg für Eltern von Schulkindern eine Wahlfreiheit zwischen Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -Väter oder einer Nachmittagsbetreuung in einer Ganztagsschule (GBS) geben. Die Sozial- und die Schulbehörde haben entschieden, die sogenannte „Kindertagespflege“ für Schulkinder bis zum 14. Lebensjahr auch weiterhin täglich für den Nachmittag ab 13 Uhr zu finanzieren, so eine Pressemitteilung der Sozialbehörde von Mittwoch. Dies ist ein wichtiges Signal für eine künftige Wahlfreiheit zwischen schulischer und außerschulischer Nachmittags-Betreuung in Hamburg, das auch die Wahlfreiheit zwischen GBS und Hort betrifft: Denn eine Regelung in §18 des neuen „Landesrahmenvertrags für die ganztägige Bildung und Betreuung“ GBS sieht vor, dass neben den Ganztagsschulen künftig auch Horte unbefristet „bis auf weiteres“ bestehen bleiben.

Doch in den gut 10 Tagen seit Unterzeichnung des Landesrahmenvertrages hatten Auskünfte in Schulen und von Behördenseite, wonach Horte nach 2014 geschlossen würden, bei Eltern für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Vertreter der Verbände hatten dagegen ausdrücklich betont, dass der Vertrag einen Erhalt der Horte auch nach 2014 vorsehe. Diesen Passus hatten die Verbände in den monatelangen Gesprächen mit den Behörden demnach ausgehandelt, um den Eltern auch künftig die Wahl zwischen Betreuung in Hort oder Ganztagsschule zu ermöglichen.

Die Entscheidung für die weitere Finanzierung der Kindertagespflege betrifft Eltern von etwa 1.380 Kindern in Hamburg, so die Angaben der Sozialbehörde. Die Einführung der Ganztagsschule habe bei diesen Eltern und Tageseltern die Sorge ausgelöst, dass “ ab August 2013 alle Schulkinder, deren Eltern ihr Kind nach der Schule betreuen wollen, die neuen Ganztagsschulen nutzen sollen und somit eine finanzielle Förderung der Betreuung von Schulkindern in Kindertagespflege deshalb nicht mehr vorgesehen sei.“ , heißt es in der Pressemitteilung der Sozialbehörde. Dies sei jedoch nicht der Fall.

Er sei sicher, dass diese Entscheidung bei allen Beteiligten – Kindern, Eltern und Tagespflegepersonen – auf eine sehr positive Resonanz stoßen werde, so Sozialsenator Detlef Scheele in der Pressemitteilung: „Tagesmütter und Tagesväter leisten eine sehr verantwortungsvolle Arbeit…Es ist wichtig, dass dieses flexible Betreuungsangebot erhalten bleibt“

Viele Eltern entschieden sich für die Tagespflege, weil sie eine flexible Betreuung ihrer Kinder auch in den Abendstunden und am Wochenende ermögliche. Außerdem seien die die Gruppen kleiner und überschaubarer als in GBS und Hort, so die Sozialbehörde. Schwerpunkt dieser Art der Betreuung seien die unter dreijährigen Kinder. Tagesmütter und -Väter seien aber auch für die Betreuung älterer Kinder bis zum vollendeten 14.Lebensjahr beliebt. Zudem biete die Kindertagespflege eine „familienähnliche“ Betreuung durch eine feste Bezugsperson, die zumeist im Haushalt von Eltern oder Tageseltern stattfinde und besonders intensiv auf die Bedürfnisse von Kindern und Eltern eingehen könne. Kindertagespflege werde zunehmend auch als „Erwerbstätigkeit ausgeübt“, zum Teil  in „Großtagespflegestellen“, in denen sich mehrere Tagespflegepersonen zusammenschlössen.

„Zuständig für die Beratung, Qualifizierung, Überprüfung und Vermittlung von Tagespflegepersonen sind in Hamburg die Tagespflegebörsen der bezirklichen Jugendämter“, schließt die Pressemitteilung der Sozialbehörde. http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/3283508/2012-02-08-basfi-kindertagespflege.html