Archiv | Januar, 2013

Petition für G9 und gegen Turbo G8 an Hamburgs Gymnasien erfolgreich gestartet

14 Jan

Seit dem Wochenende ist sie gestartet und stündlich werden es mehr Unterschriften: Immer mehr Hamburger unterstützen die Petition für eine „Wiedereinführung des G9 in Hamburg, mit Wahlfreiheit zwischen G8 und G9“ mit ihrer Unterschrift. Gestartet wurde diese Petition von der Autorin dieses Blogs gemeinsam mit vier weiteren Unterschreibern des Petitionstextes, Eltern von ein bis fünf Kindern aus ganz Hamburg. Schon am Sonntagabend hatten 382 Befürworter des G9 an Hamburgs Gymnasien die Petition unterschrieben.

Hier der Link zur Petition: http://www.change.org/de/Petitionen/wiedereinf%C3%BChrung-des-g9-an-hamburger-gymnasien-mit-wahlfreiheit-zwischen-g8-und-g9

Das Thema beherrscht in diesen Wochen die Schlagzeilen: „Mehrheit der Eltern gegen Turbo G8 und für G9, Turbo-Abi überzeugt Eltern nicht“, „Philologenverband fordert mehr G9-Versuchsschulen“: ARD, NTV, Spiegel, Stern, Frankfurter Rundschau – überall gibt in diesen Tagen Berichte über den Aufstand von Eltern gegen das Turbo G8 an den Gymnasien, das in Hamburg vor 10 Jahren eingeführt wurde. Nun hat eine neue Hamburger Elterninitiative,  „G9-Jetzt-HH“ , eine Petition für die Rückkehr zum G9 gestartet, und zwar in Form einer Wahlfreiheit zwischen dem G8 und dem G9 an den Schulen. Auf der Homepage der Elterninitiative  heißt es zur Begründung:

„Mit dieser Petition wollen wir Eltern und Befürwortern des G9 Mut machen, aktiv zu werden, wollen uns miteinander vernetzen und so den Druck auf den Schulsenator erhöhen, der Forderung von Schülern, Eltern, Großeltern, Lehrern, Wissenschaftlern, Kinderärzten und anderen nach einer Rückkehr zum G9 zu entsprechen. Am besten als Wahlfreiheit zwischen G8 und G9.“

Die Elterninitiative  droht,  eine Volksinitiative zu starten, wenn ihre Forderungen nach dem G9 nicht umgesetzt werden.

80 Prozent der Eltern wollten nach einer Emnid Umfrage zum G9 zurückkehren, heißt es in der Begründung der Elterninitiative weiter. „Auch Hamburger Eltern wehren sich gegen die Überforderungen der Schüler durch pädagogisch unsinnig lange Unterrichtstage des Turbo G8, die selbst in Ganztagsschulen in anderen europäischen Ländern nicht üblich sind, und gegen die Belastung von Kindern ab 10/11 Jahren durch bis zu 50 Arbeitsstunden pro Woche“. Die Eltern kritisieren auch das „Chaos von langen und kurzen Schultagen, täglich wechselnde Zeiten für Hausaufgaben, Mittagessen, Lernen, Gruppenarbeiten, usw., die keine klare Struktur ermöglichen, erschwert durch unzureichende Rahmenbedingungen an den Schulen.“

Das G8 sei ferner ein „Eingriff in die selbstbestimmte Zeit der Kinder und Jugendlichen“, der die „Teilhabe am sozialen, kulturellen, sportlichen Leben außerhalb der Schule einschränke“ , ebenso wie die „freiwillige Teilnahme an Angeboten innerhalb der Schule“. Es fehle im G8 die „Zeit für außerschulische Förderung besonderer Fähigkeiten und Neigungen, Eigeninitiative und selbstgewählte Aktivitäten“. Sport in Vereinen, Musikschule, Pfadfinder, Konfirmandenunterricht fänden nur noch „unter erheblichem Zeitdruck statt oder müssen ganz aufgegeben werden. Freiheit und Kindheit werden beeinträchtigt.“

Auch die schulischen Leistungen würden durch das G8 beeinträchtigt: „Aufgrund des verdichteten Lehrstoffes“ fehle es im Unterricht an Zeit für Vertiefung und Wiederholung. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung des Turbo G8 in Sachsen Anhalt zeigten sich „negative Effekte der Schulzeitverkürzung auf die Mathematikleistungen im Abitur sowie auf die Aufnahme eines Studiums“. http://www.niw.de/index.php/presse-detail/items/turbo-abitur-leistungen-in-mathematik-schlechter-geringere-einschreibungsquote-von-frauen-keine-unterschiede-in-der-persoenlichk.html

Im Gegensatz zu den Erklärungen des Schulsenators werde die Verschlechterung der Schulleistungen auch durch die Ende 2012 vorgestellte Hamburger Vergleichsstudie Kess 12 zwischen den Leistungen der G9 Abiturienten und denen der G8 Abiturienten belegt. Das G8 belaste außerdem das Familienleben durch die langen Schultage und die vielen Wochenstunden, begründen die Eltern ihre Petition.

Sie bitten  Eltern, Lehrer, Großeltern und alle Interessierte, ihre Forderung nach einer Wiedereinführung des G9 mit einer Unterschrift unter die Petition zu unterstützen. http://g9-jetzt-hh.de/unserziel/174-warum-g9-an-hamburger-gymnasien

Über die Elterninitiative berichtet am Wochenende auch die Presse: “ Diese Mutter will das Turbo-Abi stoppen“, so titelte am Sonnabend die Hamburger Morgenpost, und brachte damit auf den Punkt, was die Eltern und Kritiker des Turbo G8 fordern: Ein Ende des G8 an den Gymnasien und die Rückkehr zum G9.

http://www.mopo.de/nachrichten/stoppt-diese-mutter-das-turbo-abi–hamburg-droht-ein-neuer-volksentscheid,5067140,21443364.html

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