Bürgerschaftsvizepräsidentin Kersten Artus: „Egoismus“ von Eltern „unerträglich“

11 Nov

Ein Zitat von Hamburgs stellvertretender Bürgerschaftspräsidentin, Kersten Artus von der LINKEN, aus der öffentlichen Dikussion rund um das Betreuungsgeld sorgt bei Eltern in Hamburg für erhebliche Irritationen.

Das Zitat irritiert durch die Haltung, die die stellvertretende „höchste Repräsentantin der Bürgerschaft“ und „der Freien und Hansestadt Hamburg“ zur Verfassung, und zu dem im Grundgesetz geschützten Erziehungsrecht von Eltern, wie überhaupt zu Eltern offenbart.

 Kersten Artus: „Wie schön, dass dieser ganze ideologische Blödsinn rund um die Betreuung von Kindern immer weniger Bedeutung findet. Ich finde diesen Egoismus vieler Mamis und Papis unerträglich, zu glauben, sie seien das Beste für ihren Nachwuchs. Wer sich ein Kind zum Privatvergnügen anschafft und es von Gleichaltrigen und anderen Bezugspersonen fernhält, sollte ernsthaft sein Menschheitsbild hinterfragen, anstatt sich als Supereltern zu präsentieren. Ihre größte Klatsche bearbeiten doch später in der Therapie diejenigen, die Überväter und -Mütter hatten. Oder etwa nicht?“

Dass auch Vertreter der Regierungspartei, SPD, ganz ähnlich denken, zeigt das Zitat von Meike Jensen, SPD, und Mitglied der Deputation der Schulbehörde. Meike Jensen, gratulierte Frau Artus wie folgt:

Meike Jensen: „Der Beitrag von Frau Artus ist fabelhaft!“

Beide Zitate stammen aus einer öffentlichen Facebook Diskussion auf der FB-Seite eines der bekanntesten Journalisten in Hamburg, des Politikchefs des Hamburger Fernsehsenders HH1, Herbert Schalthoff. Öffentlicher geht es nicht. Thema der Diskussion am Freitag waren die drei Hamburger Gegenstimmen aus der CDU/FDP Koalition bei der Abstimmung gegen das Betreuungsgeld im Bundestag.

Unabhängig von der Frage der Vor- oder Nachteile des Betreuungsgeldes, hat diese Aussage Eltern in Hamburg zutiefst irritiert. Sie fragen sich, ob eine Vize-Präsidentin der Bürgerschaft mit ihrem Amt nicht dem Wortlaut, dem Inhalt, den Artikeln des Grundgesetzes verpflichtet ist, die die gesetzlichen Grundlage des Landes und der Demokratie bilden. Und sie fragen sich weiter, ob dies nicht auch für Äußerungen der Bürgerschaftsvizepräsidentin in der Öffentlichkeit gilt. Denn in Artikel 6 des Grundgesetzes heißt es ganz klar: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“.

Auf der Homepage der Freien und Hansestadt Hamburg werden Stellung und Aufgabe einer Bürgerschaftspräsidentin so beschrieben: „Die Präsidentin ist die höchste Repräsentantin der Bürgerschaft, sie vertritt das Parlament und die Freie und Hansestadt Hamburg in der Öffentlichkeit. Ihre Aufgabe besteht darin, das Parlament und seine Mitglieder in ihren Rechten zu schützen und die Würde der Bürgerschaft zu wahren.“ http://www.hamburg.de/buergerschaft/.

Bestürzte Eltern in Hamburg fragen sich jetzt, wie und ob die öffentlichen Aussagen von Kersten Artus über Eltern und elterliche Erziehung  mit der hier beschriebenen Stellung und Aufgabe einer Bürgerschaftspräsidentin und mit dem Amt einer Stellvertreterin der Bürgerschaftspräsidentin zu vereinbaren sind.

 

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3 Antworten to “Bürgerschaftsvizepräsidentin Kersten Artus: „Egoismus“ von Eltern „unerträglich“”

  1. Robert Klein November 11, 2012 um 11:12 pm #

    Absurd! Wie kann man eigentlich auf die Idee kommen, dass gestresste Angestellte mit einem schäbigen Gehalt in Kitas die besseren Bezugspersonen sind als die eigenen Eltern. Sind Begriffe wie „Hospitalismus“ nicht bekannt, die krankhafte Verhaltensveränderungen von Heimkindern beschreiben. Wie soll in einer lärmenden Kita-Gruppe „Urvertrauen“ entstehen? Hier werden unstrittige entwicklungsbiologische Kenntnisse auf den Kopf gestellt. Armes Land, arme Kinder!

  2. Karsten November 12, 2012 um 10:50 pm #

    Wenn Kinder nur noch der Allgemeinheit gehören und kein Privatvergnügen sind, können sich die Damen ja in Produktionsfabriken für Kinder registrieren lassen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie Frauen sich in ihrem Selbstwertgefühl und Weltbild so erniedrigen können.

  3. Andi Meyer November 17, 2012 um 10:29 am #

    Entschuldigung, aber ich finde es gut dass Kinder in kitas geschickt werden. Es ist natürlich so dass Erziehung Elternsache ist,aber die Beispiele dass Eltern schon in jungen Jahre damit überfordert sind ist unzählig lange und das Kinder sich in kitas bestens entwickeln und vor allen sozialisieren,was in einer Entwicklung zuhause sehr oft gestört ist, weil diese Eltern gar nicht wissen was sie zuhause mit den Kinder machen sollen und sie einfach vor dem Fernseher setzen damit sie ihre Ruhe haben. Wer meint dass Sozialisierung nicht wichtig ist sollte sich überlegen ob Kinder wirklich das Richtige für ihn und seinem Partner sind.Ich bin kein Linkenfan und mag auch nicht die Sozis besonders, aber in der Frage der Herdprämie hoffe ich sehr das sie Erfolg haben werden. Alles andere wäre ein Rückschritt in der Familienpolitik.

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