Schulsenator Rabe freut sich über die vielen „freiwilligen“ Ganztagsschul – Anmeldungen: Herbststatistik der Hamburger Schulen

17 Jan

Noch nie habe es das gegeben, dass sich so viele Schulen freiwillig anmelden, Ganztagsschule zu werden. Das stellte Schulsenator Rabe heute gleich zu Beginn der Pressekonferenz fest, als er die neusten Zahlen und Daten aus der Herbststatistik aller Hamburger Schulen vorstellte.  „Ich freue mich, dass diese Anträge zur Umwandlung in Ganztagsschulen freiwillig sind, durch mehrheitlichen Beschluss der Schulen“ , betonte er gleich mehrere Male und ergänzte noch, die Schulen hätten über ihre Anträge ganz ohne Druck der Behörde entschieden. Was er nicht erwähnte, war die Entscheidung von Senat und Behörden, die Kitagutscheine die Hortbetreuung  in Kürze zu streichen. Eltern  vieler betroffener Schulen erklärten, sie fühlten sich durch den Wegfall der Kitagutscheine unter Druck gesetzt, für eine Umwandlung ihrer Schulen in Ganztagschulen zu entscheiden, nur so sei für viele Kinder künftig überhaupt noch eine Nachmittagsbetreung gesichert.

42 Grundschulen haben Anträge auf ganztägige Bildung und Betreuung (GBS) in Kooperation mit Hortträgern gestellt, so die neusten Zahlen von heute. 36 davon seien bewilligt worden, zusätzlich zu den bisherigen 21 GBS Ganztagsschulen. 6 Anträge würden noch geprüft, so die Erklärung des Senats. 9 Grundschulen würden ab August Ganztagsschule in schulischer Verantwortung werden, bisher seien es 52. Drei Stadtteilschulen werden zusätzlich Ganztagsschule.

Die Ausstattung für die geplanten Ganzagsgrundschulen war von Eltern massiv kritisiert worden, Schulsenator Rabe lud in diesem Zusammenhang noch einmal zur heutigen Anhörung im Schulausschuss zum Thema Baumaßnahmen und Schulentwicklungsplan ein.

Sehr erfreut zeigte sich Senator Rabe auch über den „Trend zu besseren Schulabschlüssen“, die Zahl der Schulabbrecher ohne Schulabschluss sei auf den Tiefstand von 7 Prozent gesunken, mit einem deutlich höheren Jungsanteil von 57,9 Prozent. 16, 2 Prozent der Schuler schafften den Hauptschulabschluss, 23 den Realschulabschluss, 3,2 die FAchhochschulreife der Anteil der Abiturienten sei auf  50,6 Prozent gestiegen, vermutlich der Spitzenwert bundesweit, erklärte er, und betonte, ein Verlust des Niveaus sei damit aber nicht einhergegangen.

Wenig erfreulich dagegen ein Trend bei den Klassenwiederholungen. Bei den Oberstufen der Gymnasien und Stadtteilschulen gab es einen erheblichen Anstieg der Wiederholungen, auf 6, 8 Prozent bei den 11. Klassen und auf 8,1 Prozent in den 12. Klassen. Dies führte Schulsenator Rabe auf die höhrere Zahl an Auslandsaufenthalten zurück, nach denen die Schüler die Klassen wiederholen würden. Diese glatte Begründung, überzeugte nicht alle Journalisten, die an dieser Stelle mehrfach nachhakten – denn nach einem Auslandsaufenthalt  wiederholen nicht alle Schüler die Klasse. Die naheliegende Erklärung, dass die Einführung des Turbo G8 und der Profiloberstufe Ursache der gestiegenen Wiederholungen sein könnten, war an diesem Mittag kein Thema. In den Klassen 1 bis 10 seien die Klassenwiederholungen dagegen zurückgegangen, erklärte der Senator.

Erfreulich für Hamburg: Als einziges Bundesland hat die Hansestadt steigende Schülerzahl an allgemeinen Schulen, nur bei Berufschülern gab es einen Rückgang. Insgesamt hat Hamburg 240.640 Schüler. Als besonders positiv bewertete Schulsenator Rabe dabei den Anstieg der Schülerzahlen an staatlichen Schulen, die Privatschulen hätten keine Zuwächse zu verzeichnen.  

Sorgen mache ihm der erhebliche Anstieg von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 5 auf 5,4 Prozent. Besonders auffällig: Der Anstieg im Bereich emotionale und soziale Entwicklung um 58 Prozent und der Anteil schwerst-/ mehrfach förderbedürftiger Schüler, der um 34 Porzent stieg.  Für die auffällige Zunahme bestimmter Diagnosen gebe es nur zwei Erklärungen, entweder habe sich die Schülerschaft verändert, oder der Maßstab: Der eine oder andere nutze wohl „die Chance für Fördermaßnahmen, die damit verbunden sind“ erklärte er.

Die Zahl der Schüler an Sonderschulen sei um 502 Kinder gesunken, von 3,8 auf 34 Prozent. Er sei erfreut, dass der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen von 24 auf 35,8 Prozent gestiegen sei, erklärte Ties Rabe.

Dass rund 30 Prozent der fünften Klassen an Gymnasien die Obergrenze von 28 Kindern pro Klasse übersteige und diese damit größer sind als versprochen, sei vor allem Schuld der Eltern,  die ihre Kinder an Gymnasien anmeldeten, begründete der Senator. “ Das will ich nicht noch einmal“, erklärte er. Das müssse im Einzelfall gelöst werden, in einer 2. Runde nach dem Anmeldeverfahren. Da werde es noch Ärger und Enttäuschungen bei Eltern geben, ergänzte er. Erfreut zeigte er sich dagegen  über die kleinen Klassen an Grundschulen mit durchschnittlich 20,2 Kindern pro Klasse.

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