Ganztags – Überraschung: Walter Scheuerl und LEA gemeinsam gegen SPD Schulreform

17 Dez

Das dürfte für Schulsenator Ties Rabe gestern eine herber Schreck gewesen sein: Walter Scheuerl, Initiator des Volksentscheids gegen die Primarschule und die Vertreterin des Landeselternausschusses Kindertagesbetreuung, LEA, Sabine Buhk saßen einträchtig  Seite an Seite auf dem blauen Sofa von Hamburgs  Stadtsender  HH1. Die Vertreter zweier Gruppierungen, die sich bisher schulpolitisch oft heftig bekämpft hatten – verbündet im  gemeinsamen Einsatz gegen Ties Rabes geplante  Ganztagsschule und die „Ganztägige Bildung und Betreuung, GBS“.

Die Not sei groß, denn alles gehe zu schnell und sei nicht ausgeplant,  so LEA Vertreterin Buhk. Es gebe viele gute Horte und Betreuung, erklärte Walter Scheuerl, Ties Rabe versuche nun, alles „über’s Knie zu brechen“, und die freie Hortbetreuung in die Schulen „hineinzudrücken“, ohne es vernünftig geplant zu haben, z.B. in Punkto Mittagessen oder Freizeiträume. Senator Rabe habe  die Möglichkeit, sich erst einmal auf auf die Schulen konzentrieren, an denen es die Mehrheit Eltern, nicht etwa die Schulleitungen, auch wünschten, statt  die Reform flächendeckend bis 2013 durchzuziehen. So könne er auch andere Eltern überzeugen.

Viele Eltern seien sehr aufgebracht, dennoch werde die Reform unverändert durchgezogen. Eine Reform sollte aber nicht „durchgedrückt“ werden, sagte Sabine Buhk. Sollten SPD und Behörde jetzt den Versuch machen, wegen der Elternproteste gegen die Reform, wie angedeutet gleich flächendeckend die verbindliche Ganztagsschule einzuführen, dann werde der Protest erst richtig losgehen, ergänzte sie. 

Wie  man künftig gemeinsam vorgehen will, blieb bei diesen gemeinsamen Auftritt aber noch offen. Es habe erste Gespräche gegeben, gemeinsame Aktionen seien aber noch nicht geplant, erklärte S. Buhk. Walter Scheuerl verwies auf künftige Telefonate, Gespräche und auf eine öffentliche Anhörung zum Schulentwicklungsplan im Schulausschuss. Im Januar werde  das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen.

So überraschend dieser gemeinsame Auftritt gestern auch war, die Eltern aus Horten und Schulen haben auf ihren drei bisherigen Netzwerktreffen gegen  Ganztagsreform schon lange zu einem „gemeinsamen Vorgehen früherer schulpolitischer Gegner“ zusammengefunden.  Seit dem ersten Treffen im November sitzen Eltern von LEA,  von „Wir Wollen Lernen“ und andere Eltern aus ganz Hamburg zusammen an einem Tisch. Die Eltern, Primarschulgegner  wie auch  Primarschulbefürworter, haben sich über schulpolitische Unterschiede hinweggesetzt, um sich gemeinsam gegen die  Ganztagsschulpläne von Schulsenator Rabe zu wehren.

Sie haben gemeinsam vier Forderungen an Schulsenator Rabe aufgestellt: 

1. Entschleunigung.

2. Flexibilität

3. Kein Zwang: D.h. keine flächendeckende Einführung der gebundenen Ganztagsschule für alle.

4. Kein Zurück unter die bisherigen Bedingungen der Betreuung von Kindern, wie sie bisher für den Hort galten.

Der Druck auf Schulenator Rabe, den Eltern bei ihren Forderungen entgegenzukommen, hat gestern wohl noch einmal zugenommen.

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