Elternkammer lehnt flächendeckende Einführung von „ganztägiger Bildung und Betreuung“ (GBS) ab

15 Dez

 

Der Elternprotest gegen die Ganztags-Schulreform von Schulsenator Rabe weitet sich aus: In einer Stellungnahme vom 13.12. lehnt die Elternkammer  „die von Herrn Senator Rabe am 01. September 2011 angekündigte flächendeckende Einführung von GBS an Grundschulen zum Schuljahr 2013/14 ab.“ Die Elternkammer schließt sich mit ihrer Stellungnahme der Kritik des Landeselternausschuss Kindertagesbetreung an, der am vergangenen Freitag einen Stop der Ganztags-Grundschulreform gefordert hatte.

Die Elternkammer fordert in ihrer Stellungnahme, dass Schulen auch nach 2014 Halbtagsschule bleiben können und dass die Umwandlung in Ganztagsformen nur freiwillig erfolgen darf. Darüber  soll, so die Elternkammer, die Elternschaft der Schule befragt werden, dann soll die Schulkonferenz entscheiden.

Darüber hinaus “ sollten in zumutbarer Entfernung vom Wohnort im jeweiligen Anmeldeverbund alle Schulformen von Halbtagsgrundschule, GBS sowie schulisch organisiertem Ganztagsbetrieb angeboten werden, so dass Eltern die Wahl haben, die für ihre Kinder und ihre Lebenssituation bestmögliche Schul-form zu wählen“.

Die Elternkammer kritisiert die fehlenden Auswertung bzw. Evaluation der bisherigen Pilot- und Modellschulen, es fehle ferner an einem Konzept für die Zusammenarbeit mit den Jugendhilfeträgern für eine qualitativ gute Umsetzung von GBS.

Viele Gelingenbedingungen seien nicht erfüllt: Es fehle ein “ sozial gestaffeltes Gebührensystem…die Ressourcenzuweisung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Inklusion) ist ungenügend … und die Kind-Erzieher-Relation von Vorschulkindern ist im Vergleich zum bestehenden Hortsystem deutlich verschlechtert.“

„Die starren Abholzeiten“, mit Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr an drei Tagen seien „eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem heutigen Hortsystem und widersprechen den Bedürfnissen vieler Eltern insbesondere im Hinblick auf flexible Arbeitszeiten“, so die Elternkammer  weiter in ihrer Stellungnahme. Es sei außerdem  „fraglich, ob eine reine Nachmittagsbetreuung an GBS die rechtlichen Voraussetzungen für Anwesenheits- bzw. Schulpflicht erfüllt“.

In weiteren Kritikpunkten geht es auch um das Mittagessen für die Kinder: Es fehle die Planung von „Produktionsküchen“. Darüber hinaus könnten auch die Kosten von GBS über denen der Kita Gutscheine liegen. GBS gelinge an den denPilot- und Modellstandorten zurzeit nur unter hohem persönlichen Einsatz der beteiligten Lehrer, Erzieher und Eltern, die sich freiwillig zu diesem Schritt entschieden haben.“

„Eine zwangsweise Einführung unter diesen Bedingungen an den restlichen über 100 Grundschulen binnen nur drei Jahren wird wohl zu einer deutlichen Verschlechterung der Nachmittagsbetreuung der Kinder gegenüber dem bestehenden Hortsystem führen“, so die Elternkammer.

„Sie wird daher von der Elternkammer abgelehnt.“

http://www.elternkammer-hamburg.de/uploads/media/ST_610-11_GBS.pdf

 

 

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