Geschockte Eltern: „Gebundene Ganztagsschule für alle“ auch in Hamburg: offene Ganztagsschule nur ein Übergang?

18 Nov

Die Ganztagsschule mit der „Ganztägigen Bildung und Betreuung“, GBS,  und die offene Ganztagsschule in Hamburg sollen nur eine Übergangslösung sein, auf dem Weg zur gebundenen Ganztagsschule mit Ganztagspflicht für alle. Diese ist das eigentliche schulpolitische Ziel der SPD Ganztags-Schulreform in Hamburg. Das haben verläßliche Quellen aus der Schulbehörde nach Angaben von Vertretern des Landeselternausschusses Kindertagesbetreuung,  LEA,  ganz offen erklärt, wie eine LEA Vertreterin gestern betroffenen Eltern berichtete

Die Eltern aus Grundschulen und Horten waren nach einem Treffen in der vergangenen Woche gestern zum zweiten mal aus ganz Hamburg zu einem „Vernetzungstreffen“ zusammengekommen.

Die Eltern aus Billstedt, Altona,  Bramfeld, Eimsbüttel, den Walddörfern, und anderen Stadteilen hat die Empörung und Kritik an der SPD Ganztags-Schulreform zusammengebracht.  „Wir wollen, dass die Kinder im Hort bleiben“, „wir wollen keine Änderung“, ich bin total dagegen“, „das Ganze ist übers Knie geborchen“, so die  Kritik der Eltern gestern. Es werde jetzt in den Schulen Druck auf Eltern ausgeübt, sich für Ganztagsschule zu entscheiden, worden, weil die Horte geschlossen würden, erklären die aufgebrachten Eltern.
 
Sie habe stapelweise Mails von Eltern, die nicht zum Treffen kommen konnten aber genauso empört seien, erklärte eine LEA Vertreterin. Viele Eltern wüßten außerdem noch gar nicht, was auf sie zukommt. Das gilt vor allem für die Tatsache, dass auch an der offenen Ganztagsschule künftig Schulpflicht bis 16 Uhr gelten soll, und zwar je nach Modell an drei oder vier Tagen, also wie bei der gebundenen Ganztagsschule. Viele haben gestern erst von den Elternvertretern des LEA exakte Informationen über die Ganztags -Schulreform und die vier Modelle erhalten, die im Moment zur Wahl stehen.
 
Was bisher auch niemand wissen konnte: Den Eltern, die sich jetzt noch für offene Ganztagsschule entscheiden, droht, dass sie schon bald ihre Wahlfreiheit verlieren.  Zwar gibt es noch die Möglichkeit, ein Kind um 13 Uhr abzuholen. Doch damit soll bald Schluss sein. Das  sieht der gestern von Kirschblog veröffentlichte Masterplan der Bundes SPD vor, in dem es heißt: „Ziel ist die gebundene Ganztagsschule für alle“. 
 
Jetzt sei aber nach Angaben aus der Schulbehörde erstmalig klar: Die „gebundene Ganztagsschule für alle“ ist auch das Ziel der SPD Ganztags-Schulreform in Hamburg, so die Information aus dem LEA gestern. Auch in Hamburg soll es demnach bald keine Halbtagsangebote  für Kinder mehr geben,  auch nicht an offenen Ganztagsschulen. Alle Schulen,  die offenen Ganztagsschulen und auch die ganztägige Bildung und Betreuung, GBS, sollen demnach gebundene Ganztagsschulen werden, so gestern ein Mitglied des Vorstandes des LEA.
 
Damit würde den Eltern in Hamburg die Wahlfreiheit zwischen Halbtagsangeboten, offenen Abholzeiten bei der Nachmittagsbetreuung wie bisher bei den Horten, oder anderen Betreuungen von Kirchen oder offener Jugendpflege entzogen.
 
Entzogen wäre damit auch das Erziehungsrecht der Eltern am Nachmittag. Das betrifft ihr Grundrecht nach Art. 6 Grundgesetz. Siehe Beitrag Kirschsblog, rechtliche Grenzen der Ganztags – Schulreform. 
  
Es geht den Eltern dabei auch um die Rahmenbedingungen, zu denen Kinder betreut nachmittags werden sollen. Klassenzimmer  – Kästen, fehlende Bwegungsmöglichkeiten, kein Platz zum Toben und Spielen und kaum sinnliche Anregungen. Es sind  Rahmenbedingungen, die schon beim Vorläufermodell GABI von GAL und CDU von Eltern heftig kritisiert worden sind.
 
An ihnen hat sich aber auch bei GBS wenig geändert.
 
Hinzu kommt jetzt die starre Schulpflicht, ohne Möglichkeit für sozialen Austausch und  Begegnungen mit anderen Kindern außerhalb der Schule, im Sportvereinen, Musikschulen, Chören, Opern, und für ein Familienleben am Nachmittag.
 
Größte Sorgen haben besonders auch Eltern von Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Therapien, Arztbesuche, individuelle Förderung, individuelles Engagement, Ansprache und Förderung durch ihre Eltern, all das wird  am Nachmittag nach diesen Masterplänen der SPD nicht mehr möglich sein. 
 
Was gestern klar wurde: Viele Eltern wollen all das  nicht hinnehmen. Sie sind entschlossen, sich dagegen zu wehren und  für Wahlfreiheit, und Vielfalt der Betreuungsangebote zu kämfen, sowie auch für bessere Qualität. Bei weiteren Folgetreffen wollen sie überlegen, was sie nun unternehmen können.
 
 
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Eine Antwort to “Geschockte Eltern: „Gebundene Ganztagsschule für alle“ auch in Hamburg: offene Ganztagsschule nur ein Übergang?”

  1. L.Thomas Februar 22, 2014 um 10:16 am #

    Ich kann mich dem nur anschließen…die nehmen uns eltern die freiheit selbst über unser kind zu entscheiden und auch nehmen sie den kindern ein stück freiheit….ein kind das auch noch freunde ausserhalb der schule hat kann sie kaum sehen die kinder können in der woche nicht mehr einfach mal nach der schule ausflüge in die natur machen weil es einfach wenn alles gemacht ist zu spät ist können keinem sport mehr richtig nachgehen……..in was für einer gesellschaft leben wir eigentlich das ist als würde MOMO und die Grauen Herren realität werden……..würde mich gerne anderen eltern oder einer initiative die dagegen was machen ansachließen….habt ihr vielleicht eine idee ???

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