Masterplan der Bundes SPD „Ziel ist die Gebundene Ganztagsschule für alle“

17 Nov
 

Die Elternproteste in Hamburg gegen GBS und die SPD Ganztags-Schulreform machen klar: Qualitativ gut ausgestattete Ganztagsschulen sind für viele Kinder und Eltern ein wichtiges schulisches Angebot, das sich auch viele Eltern wünschen.  Allerdings nicht als Ganztagszwang für alle, mit Schulpflicht bis 16 Uhr an drei oder vier Tagen der Woche. Ein großer Teil der Eltern, das wird in diesen Tagen deutlich, fordert neben mehr Qualität vor allem Flexibilität. Das wünschen sie sich für Arbeitszeiten  und  auch für Betreuungszeiten ihrer Kinder, besonders viele Mütter.  Sie wollen, das machen sie klar, Zeit mit ihren Kindern verbringen. Wieviel Zeit das ist, das wollen sie sich nicht von staatlichen Schulpflichtzeiten vorschreiben lassen, wie sie Hamburgs  SPD Schulsenator vorsieht. Das wollen sie selber bestimmen.

Vielen Eltern wurden die strengen Regelungen, die auch für offene Ganztagsschulen gelten sollen, erst in diesen Tagen  bekannt. So hätten sich in ihrer Grundschule zunächst 180 Eltern für die GBS Nachmittagsbetreuung  ausgesprochen, berichtet eine Mutter. Doch seit bekannt ist, dass sie sich damit für Ganztagsschule mit Schulpflicht bis 16 Uhr entscheiden, waren es bei der Abstimmung zuletzt nur noch 50 Eltern.

Was vielen bisher auch unbekannt war:  Ties Rabe führt mit seiner Ganztags-Schulreform nur aus, was die SPD auf Bundesebene schon vor einem Jahr beschlossen hat. Betroffene Eltern entdeckten jetzt bei ihren Recherchen über die Details dieser Reform folgendes interessantes Dokument.

In einem „Masterplan Ganztagsschule 2020“ aus der SPD Bundestagsfrakion von 2010 heißt es:   

Ziel ist die gebundene Ganztagsschule für alle!

hier ein Auszug:

„ARBEITSGRUPPE BILDUNG UND FORSCHUNG SPD Bundestags Fraktion ,

Beschlussfassung der AG Bildung und Forschung vom 26.10.2010, S.1

Masterplan Ganztagsschule 2020“ 

1.  Ganztagsschule als Ziel
 
Die Zeit ist reif: Deutschland braucht einen Masterplan Ganztagsschule, mit dem in einem ersten Schritt bis 2015 ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes ganztägiges Angebot sichergestellt wird und mit dem in einem zweiten Schritt alle Schulen in Deutschland bis zum Jahr 2020 zu gebundenen bzw. offenen Ganztagsschulen weiterentwickelt werden

Ziel ist die gebundene Ganztagsschule für alle!

 Ganztagsschule ist unverzichtbar

aus pädagogischen Gründen, weil Schule mehr Zeit für Bildung, individuelle Förderung und offene Schulgestaltung braucht

aus integrationspolitischen Gründen, weil Ganztagsschule besser als jede andere Schulform die sprachliche, kulturelle und soziale Integration von Kindern, Jugendlichen und Familien mit Migrationshintergrund leisten kann

aus sozialpolitischen Gründen, weil sich in Ganztagsschulen Bildungschancen für alle  bzw. soziale und kulturelle Teilhabe am besten diskriminierungsfrei und mit niedrigen Zugangsschwellen organisieren lassen.

Die ganztägige Betreuung und Beschulung ist darüber hinaus auch gesamtgesellschaftlich ein großer Fortschritt, und zwar sowohl für die Familien, für die Gleichstellungspolitik wie die Wirtschaft:

 Längere garantierte Betreuungszeiten verbessern die Vereinbarkeit von  Familie und Beruf, von Erziehung und Erwerbstätigkeit. Gerade Mütter profitieren von den zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten für einen beruflichen Wiedereinstieg und eine erfolgreiche Berufskarriere. 

Wirtschaftlich leistet ein weiterer Ausbau der ganztägigen Betreuung und individuellen Förderung somit kurzfristig einen direkten, langfristig über die höheren 

Bildungserfolgschancen für alle Kinder und dem tendenziell steigenden Bildungsniveau auch einen indirekten Beitrag zur Sicherung des  künftigen Fachkräfteangebots. „

 http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,13717,00.pdf

Damit wird ganz klar, was schulpolitisch auf Kinder und Eltern nicht nur in Hamburg zukommt. Viele Eltern wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen.  Sie treffen sich heute, um zu überlegen, was sie dagegen tun können.

 Heute:

GBS-Vernetzungstreffen 17. November zur neuen offenen Ganztagsschule

 Hamburg: Wüstencafe im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium | Der Landeselternausschuss Kita-Betreuung (LEA), der Bezirkselternausschuss Eimsbüttel und das Hamburger Hortbündnis laden zu einem Vernetzungstreffen für Eltern mit Kindern in neuen offenen Ganztagsschulen (GBS) ein.

Aufgrund der aktuellen Diskussionen um die neuen offenen Ganztagsschulen (auch GBS oder Hort-Reform genannt) und der Rückmeldungen etlicher GBS-Eltern findet am am Donnerstag, den 17.11.11, ein Vernetzungstreffen interessierter Eltern im „Wüstencafe“ des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium statt.

Anfahrt:
U2 + U3 bis Schlump (ca. 350 Meter Fußweg)
Metrobus 4, Bus 181 bis Schlankreye (ca. 150 Meter Fußweg)
Metrobus 4 und 15 bis Bundesstraße (ca. 200 Meter Fußweg)

 
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2 Antworten to “Masterplan der Bundes SPD „Ziel ist die Gebundene Ganztagsschule für alle“”

  1. Ulf Ohms November 17, 2011 um 11:43 am #

    Ties Rabe hat auf meine Frage bei einer Sitzung der Elternkammer, ob es denn weiterhin ein für alle hamburger Eltern erreichbares Halbtagesangebot geben wird, geantwortet: Ja, das wird es geben.
    Den SPD-Masterplan kann er nur dann nicht kennen, wenn die Bundes-SPD nicht mit der Landes-SPD spricht.
    Im Umkehrschluß hat er schlicht die Unwahrheit gesagt.

    Ulf Ohms
    Elternrat der Grundschule Buckhorn
    Elternrat des Gymnasiums Buckhorn
    Mitglied der Elternkammer Hamburg

  2. LebensLerner Dezember 4, 2011 um 2:37 pm #

    Argumente Für und Gegen Ganztagsschulen unter: http://ganztagsschulen.wordpress.com/pro-contra-ganztagsschulen/

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