Grundschrift kommt ! Elternmitsprache geht ?

2 Nov

Eltern von Hamburger Grundschulen werden in diesen Tagen mit überraschenden Mitteilungen von Schulleitungen oder Lehrerschaften konfrontiert. Man habe entschieden, in Zukunft an ihren Schulen Grundschrift statt Schreibschrift zu unterrichten, müssen sie ganz plötzlich erfahren.

Eltern von zwei Hamburger Grundschulen berichten:

Die Lehrerkonferenz ihrer Schule habe sich entschieden, den diesjährigen 1. Klassen die Grundschrift beizubringen, als Probedurchlauf, dann wollten sie weitersehen, berichet eine Mutter von einer der beiden Grundschulen heute. Dies sei nur durch eine Nachfrage ihrerseits gestern herausgekommen. Die Eltern der 1. Klassen wüßten noch nichts davon.

„Genauso ist es auch bei uns gelaufen“, so die Mutter einer zweiten Grundschule in Eimsbüttel.  Der Schulleiter habe  in „den Ferien per mail“ und dann auf der Elternrats-Sitzung mitgeteilt, dass sich das Lehrerkollegium für die Grundschrift entschieden habe. Schreibschrift könne  künftig in Wahlpflichtkursen unterrichtet werden.

Die Eltern reagierten auf diese Entscheidung der Lehrerschaft ihrer Schulen sehr bestürzt. Da hätten sich die Eltern engagiert, säßen in Gremien und Schulkonferenzen, und würden dann  einer so wichtigen Frage völlig übergangen, erklärt eine Mutter. Sie seien davon ausgegangen , dass derartige wichtige Fragen nur nach Befassung und Abstimmung mit den Eltern von der Schulkonferenz entschieden werden können, in der neben Lehrern und Schulangestellten auch Elternvertreter vertreten sind. So wie es §52 des Hamburgischen Schulgesetzes festlegt:

(2) Die Schulkonferenz berät über alle wichtigen Angelegenheiten der Schule, insbesondere über das Schulprogramm sowie die Ziel- und Leistungsvereinbarungen, und beschließt darüber nach Maßgabe dieses Gesetzes. Schülerrat, Elternrat und Lehrerkonferenz können der Schulkonferenz hierfür Vorschläge unterbreiten.

Nach Auffassung der Schulleiters sei dies bei der Frage der Grundschrift aber nicht nötig, berichtet diese Grundschulmutter, die Behörde habe schriftlich mitgeteilt, dass dies keine Entscheidung der Schulkonferenz sei. Man habe nun  immerhin „ausgehandelt“, dass Eltern künftig bei jeder Fachkonferenz vertreten sein dürfen. 

Was das konkret für die Frage der Grundschrift bedeutet:

„In der nächsten ER Sitzung hören wir zwei Fachlehrerinnen zum Thema Grundschrift und warum sich das Kollegium dafür entschieden hat“.  Der gesamte Elternrat der Schule hat sich ausserdem dafür eingesetzt, dass sich die Schulkonferenz noch einmal mit dem Thema befasst. „So wird es nun sein“, erklärt diese Mutter.

Während die Eltern dieser Grundschulen noch darauf warten, dass ihnen Schulleitungen und Lehrer ihre Entscheidungen für die Grundschrift erläutern, gibt es von zwei weiteren Grundschulen Erklärungen, warum diese auch weiter wie bisher an der Schreibschrift festhalten wollen.

Die Schulleiterin einer Grundschule in Eimsbüttel berichtete, das Kollegium habe sich aufgrund des Anteils von Schülern aus Familien mit Migrationshintergrund dafür entschieden, weiterhin die Schulausgangsschrift zu unterrichten. Die Begründung der Deutsch-Fachlehrer:  Die Erfahrung an ihrer Schule habe gezeigt, dass gerade diese Kinder davon profitierten, die Verbindungen zwischen den Buchstaben in der Schule richtig zu erlernen, da ihnen die Eltern beim Erlernen der deutschen Schrift oft nicht helfen könnten. Auch die Benutzung des Füllers mache so mehr Sinn und werde von der Fachlehrerschaft befürwortet.

Eine weitere Schule begründet ihre Entscheidung für die Schreibschrift gegenüber den Eltern damit, dass man schon eine Modellschule für die neue „ganztägige Betreuung und Bildung“ (GBS) sei, und deshalb „keine neue Baustelle“ aufmachen wolle.  
 
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Eine Antwort to “Grundschrift kommt ! Elternmitsprache geht ?”

  1. brinkerblog November 5, 2011 um 4:46 pm #

    Eltern stören doch nur.

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