Archiv | 3:45 pm

Schnell ist er ja, aber haben tut er nix – der SEPL ist da

25 Okt

Wie bei der Ganztagsschule wird jetzt auch beim SEPL immer klarer, was Ties Rabe mit seinem Versprechen meinte, er habe aus den Fehlern seiner Vorgängerin gelernt. Während Eltern, Kreiselterräte oder auch Bezirksversammlungen noch auf Erstansicht und Diskussionen über den SEPL warteten, schaffte Ties Rabe ganz schnell im Alleingang Fakten. Heute stellte er den neuen Schulentwicklungsplan (SEPl) der Presse vor, mit vielen spannenden Details – bis auf eins. Wie er das alles  finanzieren will. 

Es sei nur ein Entwurf, der nach Gang durch alle Gremien erst im Februar von der Deputation beschlossen werde, erklärte T. Rabe.  Aber der SEPL, der festlegt, wie sich die Hamburger Schulen in den nächsten Jahren entwickeln sollen, welche Schule genau weiterbestehen, welche ausgebaut oder neugegründet werden soll, scheint festgezurrt. 

Viele Einzelheiten klingen erfreulich: Es soll keine Grundschule geschlossen werden,  7  einzügige Kleinstschulen, auf Neuwerk, und im Osten Hamburgs, bleiben erhalten, neben den 191 selbstständigen Grundschulen und 13 Grundschulen, die mit  Stadtteilschulen sog. „Langformen“ bilden.

Und da die Schülerzahl in Hamburg im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern wächst, sollen sogar neue Schulen gegründet werden:

Zusätzlich zu den 59 Gymnasien sind zwei Neugründungen von Gymnasien geplant:  in der Hafencity und in der Christian Foster str. Die Wandsbeker Gymnasien, die um den Bestand ihrer Oberstufen fürchteten, sollen ihre eigene Oberstufe behalten, mit den nötigen „Zubauten“ am Ort. Ansonsten seien die Probleme der Gymnasien „überschaubar“.

Schwieriger ist die Lage bei den 56 Stadtteilschulen. Durch die Zusammenlegung von 91 Haupt, Realschulen, Gesamtschulen und Aufbaugymasien seien räumliche Probleme entstanden, die STS seien in Hamburg halt „hoppla hopp“ eingeführt worden.  Hamburg sei hier allerdings  mit seinem modernen  Schulsystem Vorreiter, andere Bundesländer seien auch auf dem Weg, nur gingen diese „vorsichtiger über Jahre“ vor. Probleme hätten zB. StS mit zwei oder drei Standorten. Man wolle aber bessere bauliche Voraussetzungen schaffen. Zunächst sollen zwei neue Stadtteilschulen entstehen, die STS Meiendorf und Slomanstieg auf der Veddel. Außerdem werden drei große Stadtteilschulen Zweigstellen erhalten, die STS Heinrich Hertz in Uhlenhorst, die sehr große STS Harburg erhält eine Filiale in der Maretstr.

Für viele Rissener dagegen wenig erfreulich ist die Entscheidung über die Zweigstelle der STS Blankenese. Diese soll, so T. Rabe, vorerst im Gymnasim Rissen bleiben und nicht in der Schule Iserbarg. Letzteres wäre aus Sicht vieler Rissener der geeignetere Standort, da dort viele Räume leerstehen. Über den endgültigen Standort werde nach einer Machbarkeitsstudie  in einem in ca. einen halben oder dreiviertel Jahr entschieden, erklärte T. Rabe.

Drei Gymnasien, so erklärte T. Rabe weiter, kooperierten in der Oberstufe mit Stadteilschulen – auf eigenen Wunsch,wie Ties Rabe auf Nachfrage betonte.  Diese Kooperation sei auch sehr sinnvoll, ergänzte er, die Voraussetzungens seien die gleichen, „Abitur ist Abitur“. Nur eine Entwicklung sei aus seiner Sicht bedauerlich, erklärte Schulsenator Rabe auf die Frage, welche Entscheiung ihm schwergefallen sei:  Dass es jetzt weniger Langformen mit Grundschule und STS gebe. Nach der Trennung der Schulformen durch die Vorgängerregierung sei diese Langform vielfach nicht mehr gewollt.

Alles in allem klingt der SEPL also richtig erfreulich, wäre da nicht eine wichtige Frage. Wieviel werden die geplanten Zubaumassnahmen kosten, wie will Ties Rabe sie finanzieren und wie ist der Zeitrahmen für die Umsetzung?

„Das wissen wir noch nicht“, erklärte Ties Rabe. Es seien 13 große Baumaßnahmen geplant.  Die derzeitigen Mittel reichten aber nicht für die Finanzierung der Zubaumassnahmen. Angesichts eines Sanierungsstaus von 3,5 Milliarden Euro müsse über neue Prioritäten nachgedacht werden, bei der Entscheidung, ob und wo zugebaut oder saniert werden solle.  Man werde darüber hinaus auch zeitlich Prioritäten setzen müssen, und die zeitliche Abfolge der Baumaßmen nach Dringlichkeit staffeln. Und drittens stünden jetzt nach den vielen schulischen Veränderungen der letzten Jahre viele Schulgebäude leer. Wegen der Inklusion würden längerfristig auch „nicht alle Gebäude“ der Förderschulen gebraucht. Viele Gebäude könne man „zurückgeben“ und die Erlöse für Zubauten verwenden. Insgesamt habe Hamburg ja genug Raum, nur an der falschen Stelle.

An dieser Stelle wurde es heute sehr schwammig und ungenau,  Zahlen schwirren hin und her –  hier gibt es offensichtlich noch reichlich Stoff für Diskussionen über Prioritäten -mit Eltern, in Gremien, Bezirksversammlungen und Deputation.

Und noch etwas: Sichtlich gar nicht begeistert reagierte der Schulsenator auf eine grundsätzliche Frage. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag von Kirschsblog. 

Hier der Link zum SEPL:
http://www.hamburg.de/schulentwicklungsplan