Duales System der beruflichen Bildung Exportschlager für Indien

17 Okt

Festliche Eröffnung der India Week Hamburg gestern nachmittag  im Gr0ßen Festsaal des Rathauses mit vielen Gästen aus dem In- und Ausland. Darunter auch der Botschafter Deutschlands in Indien, Thomas Matussek:

 „Das Duale System der Beruflichen Bildung in Deutschland ist ein Exportschlager für Indien“, erklärt er in seiner kurzen Ansprache.  

Das Land habe eine ganz besondere Ressource, nämlich 600 Millionen junger Menschen, in zehn Jahren voraussichtlich sogar 900 Millionen. Indien sei zwar wirtschaftlich sehr erfolgreich, es gebe dort die meisten Milliardäre und Millionäre, aber auch eine besondere Armut. Bildung sei von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes. Das erfolgreiche deutsche duale System der Berufsbildung solle dabei einen wichigen Beitrag leisten. Die Umsetzung sei bereits  im Gange, u.a. sei eine Abteilung in seinem Hause in Indien damit beschäftigt.

Wie das Duale System und und deutsches Know How für die Reform des indischen Bildungs- und Berufsbildungswesens durch die  indische Zentralregierung – Government of India (GOI) genutzt werden sollen, kann man u.a. auf der Homepage des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB) nachlesen: „Aufgrund seiner einzigartigen Verbindung zwischen Theorie und Praxis entwickelt das deutsche duale Berufsbildungssystem für Indien große Anziehungskraft“ , heißt es da. Es habe sich „die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Berufsbildung in Indien nicht mehr .. ausschließlich durch den Staat zu gestalten ist, sondern … die Wirtschaft an dieser Anstrengung beteiligt werden muss. Daher blickt die indische Regierung interessiert auf das deutsche duale System, in welchem die Wirtschaft eine tragende Rolle als Arbeitgeber, Lernort, Prüfungs- und Zertifizierungsstelle und Mitgestalter von Rahmenbedingungen spielt.“http://www.bibb.de/de/57518.htm 

Ganz besonders bewegt hat die Zuhörer im Festsaal gestern im Übrigen ein Vortrag der indischen Umweltaktivistin, Physikerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises, Professor Vandana Schiva. Sie wurde für ihren Einsatz für Ökologie und Rechte der Frauen in einer modernen Entwicklungspolitik ausgezeichnet. Ihr besonderes Anliegen: Der Widerstand gegen Gentechnische Veränderungen von Pflanzen wie Baumwolle oder Nahrungsmitteln. Obwohl sie wegen einer Krankheit körperlich gebrechlich ist, hatte sie sie zuvor an einer Demonstration in Washington teilgenommen und war eigens zur Eröffnung der India Week nach Hamburg angereist.

Vandana Shiva belegte mit eindrucksvollen Zahlen, dass eine vielfältige, organische Landwirtschaft viel ergiebiger sei und auch gesündere Nahrungssmittel mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Eiweiss, Eisen und Calcium produziere,  als Monokultur  und der Anbau gentechnisch veränderter Plfanzen, die von der Agrarindustrie vorangetrieben würden. Kunstdünger und Pestizide seien Giftstoffe, die unter anderem für die Produktion von Waffen und Bomben genutzt würden.  In Indien hätten schon 250.000 Kleinbauern Selbstmord begangen,  die sich für den Kauf  von gentechnisch verändertem Saatgut bei Banken verschuldet hatten. Die Bauern können bei schlechten Ernten die Kredite nicht mehr zurückzahlen.

Über die Hintergründe informiert V. Shiva in einem Interview in der TAZ: „Alternative Nobelpreisträgerin über Gentech, Die sind auf Lügen spezialisiert“. Vandana Shiva über das Saatgutmonopol vom Gentech-Giganten Monsanto, Selbstmord von 250.000 indischen Bauern, Baumwolle und Einstein. http://www.taz.de/!77350/

Hier der Link zum Programm der India Week: http://indiaweek.hamburg.de/programm-indiaweek/

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