Ganztagsschule: Was hat Senator Rabe selbst gesagt?

28 Aug
Senator Rabe selbst hat die Umwandlung der Hamburger Schulen in gebundene Ganztagsschule ganz offen als sein schulpolitisches Nahziel benannt, und auch gleich das Motto verraten, wie dies zu finanzieren sei: Hier zunächst ein Bericht von einer Podiumsdiskussion des Julius Leber Forums der Friedrich Ebert Stiftung am 30. Juni mit dem neuen Schulsenator Rabe:
                                                                                                                   „Ties Rabe will die Ganztagsschule für alle Schüler, und zwar möglichst schnell in der gebundenen Form!
                                                                                                                                                                  1. Das gab er gestern bei einer Veranstaltung der Julius Leber Forums vor ca. 150 Zuhörern öffentlich bekannt:
Er habe die Vorstellung, mit „offenen Modellen“ der GTS anzufangen, „ich erwarte, dass sie sich in großer Schnelligkeit in die gebundene Form entwickelt“, wenn die offene Form jetzt überall eingeführt wird“, fuhr er fort.  „Ich bin der festen Überzeugung, das wird kommen“.
Dabei komme es ihm nicht auf die Qualität von Ganztagsschule an: „Beides kriegen wir nicht hin, Qantität oder Qualität“ erklärte er. Er „sage ganz ehrlich, wie ich mich entscheide… für Loslaufen“. Rabe begründete seine Entscheidung für Quantität statt Qualität:
Der Ausbau qualitätiv guter Ganztagsschulen dauere ihm zu lange, das würde 20 Jahre dauern, er habe sich deshalb für Quantität entschieden, also ganz schnell Ganztagsschule für alle einzuführen. Zur Begründung sagte er weiter, es sei unklar, wie man das Geld für den Bau der Kantinen und Gebäude beschaffen könne. Zur Nachmittagsbetreuung wurde dann auf dem Podium im Gespräch mit der Leiterin der STS Harburg Pfeiffer, dem Schulleiter des Gymn. Groothmoor, Henke und T. Rabe auf den Einsatz von Honorarkräften verwiesen.
In Hinblick auf die GTS an Grundschulen sagte Rabe, das sei „brisanter“. In der Frage der Zusammenarbeit mit Horten sei man im Gespräch, das werde sich in den nächsten drei Wochen klären.“
                                                                                                                                                        2. Schulbrief von Senator Rabe vom 25.8.:
„Die Schule der Zukunft – mehr Ganztagsschulen Ganztagsschulen erhöhen die Bildungschancen der Kinder und ermöglichen es den Eltern, Familie und Beruf zu verbinden. Neue Ganztagsschulen sind deshalb ein Schwerpunkt der künftigen Senatspolitik. Zum Schuljahr 2011/2012 habe ich bereits weitere 22 Grundschulen und weitere sechs Stadtteilschulen zu Ganztagsschulen umgewandelt. Damit verfügt Hamburg nunmehr über insgesamt 192 Ganztagsschulen. In den nächsten Jahren sollen alle Stadtteilschulen und der Großteil der Grundschulen zu Ganztagsschulen weiterentwickelt werden.“ s. Anhang.
ähnlich auch die BSB: “ Senator Rabe will deshalb in den nächsten drei Jahren alle 54 Stadtteilschulen zu Ganztagsschulen entwickeln und auch den Grundschulen neue Perspektiven eröffnen. s. Anhang
                                                                                                                                                                  3. Schulausschuss der Bürgerschaft, 21. 6.:
Seit 7 Jahren sind alle 67 Hamburger Gymnasien Ganztagsschule. „Viele Eltern merken es gar nicht so recht, dass sie Gantagsschule sind“, spöttelte Rabe lustig. Er erklärte dann noch einmal, dass nun auch alle Stadtteilschulen Ganztagsschule werden sollen. Gefragt, welche Form von Ganztagsschule das denn sein solle, erklärte er, unter aufgeregten beifälligen Nicken von Linke, und Grünen, aus seiner Sicht sei die „gebundene GTS das pädagogisch beste Modell“. Man müsse aber aus Erfahrungen mit Eltern lernen, und eine weiche Form des Übergangs finden, also erst einmal eine offene GTS. Für die Frage, ob Schulen gebundene GTS werden wollten, erklärte er, „der Schulkonferenzbeschluss ist entscheidend für uns“.
                                                                                                                                                                        Von Freiwilligkeit ist in den Briefen von Senator und BSB gar nicht mehr die Rede. 
Was „Freiwilligkeit“ im Übrigen konkret heißt, haben wir als Eltern an einem Hamburger Gymnasiums erfahren, als vor 7 Jahren die weniger als 20 Personen umfassende „Schulkonferenz“ beschloss, die Schule mit 1100 Schülern in eine GTS umzuwandeln. Die Elternschaft war nicht informiert, eine spätere Umfrage wurde „kritischen Eltern“ verboten. Das war der Startschuss für viele Eltern, sich gegen eine chaotische Schulpolitik in Hamburg zu engagieren, die Kinder mit zunehmendem Druck und Beschleunigungswahn belastet, Eltern wie Familien bevormundet, und die pädagogische Arbeit der Schulen durch Hektik und Dauerreformen beeinträchtigt.
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